Azzoncao macht Urlaub
Mittwoch, 02.07.2008
Wegen der Urlaubs-Saison wird im July und August kein Azzoncao-Café stattfinden. Auch die Seite wird erst im August wieder aktualisiert. Wir sind jedoch weiterhin per Email erreichbar.
Filmvorführung: Tanz auf dem Vulkan
Mittwoch, 28.05.2008
Am Samstag, dem 7.6. findet um 15.30 Uhr zeigt das Polit-Café den Film "Tanz auf dem Vulkan" im Kino Endstation des Bhf Langendreers:
"Auf die Dauer Heusnerpower - Jeder Stein der abgerissen, wird von uns zurückgeschmissen!"
Über 20zig Jahre ist es her, das es in Bochum einen ganzen Stadtteil gab, der sich zur „staatsfreien Zone“ erklärte. Stadtteil ist dabei zuviel gesagt. Vielmehr waren es vier Straßenzüge mit 26 Häusern, einer alten Grundschule mit angrenzenden Schulhof, einer Schrebergartensiedlung, sowie die Gärten und Höfe, die zwischen den Häusern lagen. Ein Refugium von trotzigen MieterInnen und Alteingesessenen, die einem naturzerstörenden Autobahnzubringer nicht weichen wollten. Samt all den Autonomen, Punks, TrebegängerInnen, Heimkindern, Exknackis, MusikerInnen, KünstlerInnen, Arbeitslosen, Malochern und ein paar Studis, die aus den verschiedensten Gründen in die „Bronx“ gezogen waren und dort gut zwei Jahre einen heterogenen und sehr renitenten Anteil der Bochumer Bevölkerung darstellte. Neben einigen „normalen“ BewohnerInnen gab es schließlich bis zu 120 BesetzerInnen im Jahr 1985. Neben der Düsseldorfer Kiefernstraße und der Hamburger Hafenstraße war das Heusnerviertel eines „der“ besetzen Zentren der BRD. Scherzhaft formulierten damals BesetzerInnen, dass sie in der „1. Bundesliga der Chaoten“ spielen würden. „Chaoten“ deshalb, weil die permanenten Schikanen, Übergriffe und Überfälle durch die Polizei die ViertelbewohnerInnen immer mehr radikalisierten. Ebenso die Hetze, die sie seitens der Bochumer Politik (von CDU,FDP, SPD) und der Presse von WAZ und RN ausgesetzt waren.
Das Heusnerviertel war vieles. Ein Ort der Selbstorganisation fast aller Lebensbezüge: ökonomisch, sozial, kulturell und politisch. Eine „Parallelgesellschaft“ von Menschen, die der kapitalistischen Verwertung auf ihre Weise entgehen wollten und auch angreifen wollten. Ein Ort der Experimente, Versuche und Hoffnungen. Der divergierenden Interessen, der Auseinandersetzung, des Streits. Der Annäherung an persönliche und politische Ziele, aber auch der Enttäuschungen. Ein Ort der Erfahrungen. Körperlich und mental. Für die Stadtverwaltung und die Polizei war es ein Ärgernis, eine Herausforderung ihrer Macht. Ein Ort dessen Menschen und dessen Symbolkraft es zu brechen galt. Und das haben sie auch mit aller Skrupelosigkeit, Gewalt und Brutalität durchgezogen.
Viele Zeugnisse aus der Zeit gibt es nicht. Heute kommen auf eine Sitzblockade 10 Kameras. Damals auf 10 Sitzblockaden eine Kamera. Dennoch gibt es einen Film vom Heusnerviertel: „Tanz auf dem Vulkan“ aus dem Jahr 1987. Leider ist der Film zu spät gedreht worden. Das Viertel lag in den letzten Zügen. Der 1 ½ Jahre währende Räumungstango und die zig brutalen Polizeiüberfälle hatten schon da dem Viertel viel an seiner Substanz und Schönheit genommen. Und auch den Interviewten eine Menge abgefordert. Dennoch ein interessantes Dokument der Zeitgeschichte.
Antifaschistische Jugend verteilt Flugblätter in Bochum-Ehrenfeld
Samstag, 31.05.2008
Am Mittwoch, dem 21. Mai 2008, wurden im Bochumer Stadtteil Ehrenfeld 3000 Flugblätter an die Haushalte verteilt, die die Naziaktivitäten im Viertel thematisierten.
Die Flugblätter wurden ebenfalls an der anliegenden Graf-Engelbert-Schule und der Schiller Schule, sowie in verschiedenen Kneipen und Cafés im Ehrenfeld und der Bochumer Innenstadt unter die Leute gebracht. Darüberhinaus fand ein Gespräch mit einer Redakteurin der Bochumer Lokalredaktion
der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) über die im Flugblatt angesprochene Problematik statt.
Die Resonanzen der Bürgerinnen und Bürger auf das Flugblatt waren durchweg interessiert und positiv.
Naziaktivitäten im Ehrenfeld
Erst 2007 wurde der Naziladen Goaliat aus dem Ehrenfeld durch antifaschistische Arbeit vertrieben.
Dies hat jedoch nicht dazu geführt, dass die Nazis den Stadtteil aufgegeben hätten. Seit Anfang des Jahres sind verstärkt Nazi-Schmierereien und -aufkleber im Ehrenfeld zu sehen. Es handelt sich dabei um tags, die wahrscheinlich den "Autonomen Nationalisten" um die ehemaligen Freien Nationalisten Bochum-Hattingen (FNBH) und der Aktionsfront Hattingen (AFH) zuzurechnen sind. Fernerhin traten aber auch Hakenkreuz- und SS-Runen-Schmierereien auf, die wahrscheinlich einem anderen Personenspektrum entstammen.
Einige der rechtsextremen Jugendlichen besuchen in diesem Stadtteil die Schulen. Andere wohnen auch hier. So z.B direkt neben der Graf-Engelbert Schule in dem Haus nur 73 der Königsallee.
Wir hoffen, dass wir es mit dieser Verteilaktion geschafft haben den Nazis eine von ihnen nicht gewollte Öffentlichkeit im Ehrenfeld zu verschaffen und das Problembewusstsein im Bezug auf diese Thematik im Viertel sensibilisieren konnten.
Erneuter faschistischer Angriff in Rom
Freitag, 30.05.2008
Heute morgen wurden Studenten der römischen Universität Sapienza von Faschisten der „Forza Nuova“ mit Knüppeln und Messern angegriffen.
Dies geschah während die Studenten plakatierten. Drei Studenten wurden verletzt, einer mit einem Messer.
Bei der Aktion handelte es sich um einen Racheakt von Faschisten, weil die Studenten am Vortag die Örtlichkeiten der Universität besetzt hatten. Hiermit verhinderten sie eine Veranstaltung von „Forza Nuova“ über die „Foibe“, auf der Roberto Fiore hatte sprechen sollen.
Indymedia Roma
Bei den Erinnerungen an „Foibe“ handelt es sich um Kriegsverbrechen jugoslawischer kommunistischer Partisanen. Diese töteten bei diesen Massakern viele Faschisten und Italiener, die sie für die Grausamkeiten und den Rassismus bei der Besetzung Jugoslawiens verantwortlich machten. Dabei kam es zu vielen Übergriffen und Morden auch an unschuldigen Zivilpersonen. Diesen Umstand, der aus falsch verstandener Solidarität zu Titos Partisanen aber von der italienischen Linken nicht ausreichend verurteilt wurde, nutzten die italienischen Faschisten seit dem Kriegsende, um gegen den Kommunismus, die Partisanen an sich und für ihre Gebietsansprüche an Jugoslawien zu hetzen. Mittlerweile ist „Foibe“ zu dem „Hype“ der Rechten in Italien geworden und viele Politiker der „Mitte“ ziehen mit, können sie doch hiermit Italien von seiner Kriegsschuld reinwaschen.
Veranstaltung „Tödliche Schüsse“ mit Wolf Wetzel
Mittwoch, 28.05.2008
Die szenische Lesung mit dem Autoren findet am Donnerstag, dem 5.6. um 20.00 Uhr im Orlando, Alte Hattingerstr.31 in Bochum statt
Am 2.11.1987 kam es im Verlauf einer Nachtaktion gegen die „Startbahn West“ in Frankfurt zu tödlichen Schüssen auf Polizeibeamte. Jahrelang war schon der Kampf gegen dieses enorme ökonomische und militärische Großprojekt geführt worden, als es zu diesem Novum in der Geschichte der sozialer Bewegungen kam.
Durch die Ereignisse dieser Nacht und deren Folgen führt der Autor des Buches „Tödliche Schüsse – eine dokumentarische Erzählung“ die LeserInnen, bzw. ZuhörerInnen. Ebenso durch die Ereignisse der Vorjahre, die so prägend für die „Autonomen“ (nicht nur) der Mainmetropole wurden. Die Hüttendorfräumung1981, der Tod von Günther Saré 1985, der Gau von Tschernobyl 1986, die Sabotageaktionen an den Strommasten 1986, sowie die Demonstration gegen die Plutoniumfabriken Alkem-Nukem in Hanau 1986.
Steht im Mittelpunkt des Buches die „Startbahn West“, so ist dies doch ein Buch über die 80ziger Jahre und die „Autonomen“. Jenen Linken, die versuchten zwischen kommunistischen Dogmatikern und „alternativen Lebensentwürfen“, zwischen RAF und Reformismus einen eigenen Weg zu finden.
Wolf Wetzel möchte in seinem Buch weder diesen Teil (auch seiner eigenen) Geschichte verteufeln, noch heroisieren. Es ist nicht als Anekdotensammlung und persönliche Remisenz gedacht Es geht ihm vielmehr um eine genaue Skizzierung der Jahre und der Ereignisse. Um ein kollektives Gedächtnis. Und so dienten ihm diverse Interviews mit damals Beteiligten als Basis dieser dokumentarischen Erzählung und der in ihr wirkenden 15 ProtagonistInnen.
Nicht nur eine Veranstaltung für Menschen „40 plus X“!
Nazimob wütet in Roms Stadtteil Pigneto
Sonntag, 25.05.2008
Seit den landesweiten Wahlerfolgen der Rechten in Italien kommt es vermehrt zu rassistischen Ausschreitungen. Nun ist es heute morgen in Rom zu einem ersten Akt von "Squadrismus" gekommen.
Heute morgen tobte sich ein faschistischer Mob in dem römischen Stadtteil Pigneto aus.
Ganz im Stil der Schwarzhemden Mussolinis erschien die 20köpfige und mit Knüppeln ausgestattete Gruppe überfallartig und schlug Schaufensterscheiben, Vitrinen und Geschäftsauslagen, sowie ein Callcenter entzwei. Dabei riefen sie „Bastarde“ und „Dreckige Ausländer“. Die zerstörten Einrichtungen gehörten jeweils MigrantInnen. Einen Mann aus Bangladesh schlug das Rollkommando ebenfalls zusammen, bevor es verschwand.
Pigneto ist ein Stadtteil Roms, der wegen seiner kulturellen Vielfältigkeit bekannt ist.
Das Vorgehen der Schläger ähnelt sehr dem faschistischen Squadrismus der 20ziger Jahre, als mit Lkws sogenannte Squadri von Schwarzhemden in die Regionen fuhren, in denen Sozialisten und Kommunisten stark waren. Dort zündeten sie die Volkshäuser, die „casa del populi“, an, verwüsteten Privatwohnungen, folterten und ermordeten Linke.
Schon seit geraumer Zeit berufen sich die sogenannten „Nonkonformen“ aus Rom auf den Squadrismus der historischen Schwarzhemden. Die besetzten faschistischen Häuser aus Rom (antifa-link) das seit kurzem besetzte Zentrum „area 19“, die Faschisten-Kneipe „Cutty Sark“ , die Buchhandlung „testa di ferro“, usw. Und natürlich die französisch-italienische Internet-side „Zentropa“, das europaweit operierenden faschistische Internet-Radio „Radio Bandera Nera“, die Partei „Fiamma Tricolore“ usf..
Kultfigur ist für diese Herrschaften Italo Balbo, einer der brutalsten Squadriführer und Teilnehmer des „Marsch auf Rom“.
Auf diversen Demonstrationen der letzten Jahre ist in Italien das historische Auftreten der Squadri kopiert worden und anscheinend soll es nicht bei demonstrativer Präsenz bleiben
Der Ganze Artikel mit weiterführenden Quellen und Bildern auf Indy
Der Dalai-Lama und die Nazis
Sonntag, 25.05.2008
Ein zweiteiliger Bericht auf de.Indymedia klärt derzeit über die persönlichen und ideologischen Verstrickungen des "Gottkönigs" mit NS-Größen auf. Desweiteren geht er auf die Rezeption des Besuches "seiner Heiligkeit" in Bochum durch örtliche Neonazis ein. Besonders der 2. Teil beschäftigt sich intensiver mit dem vermeintlich "seriösen" „Zeitreisen-Verlag“ des Rechtsradikalen Marc Meier zu Hartum.
Der Dalai Lama und die Nazis: Teil I
Der Dalai Lama und die Nazis: Teil II
Übersicht über die Nazi-Prozesse in Bochum
Samstag, 24.05.2008
Seit heute ist auf unserer Seite eine Übersicht über die Naziprozesse in Bochum online. Dort sind verschiedene Indymedia-Artikel zu den Prozessen gegen die FNBH sowie gegen Siegfried Borchardt, Daniela Wegener und Claus Cremer archiviert.
siehe dazu: Thema: Naziprozesse in Bochum
Filmvorführung: "The Fourth World War"
Montag, 31.03.2008
Am Samstag, dem 3.5. um 15.30 Uhr zeigt das Polit-Cafè Azzoncao im Kino Endstation, Bahnhof Langendreer den Film "The 4th World War".
Eigentlich wurde nach den ersten beiden Weltkriegen aufgehört den darauf folgenden transkontinentalen Kriegen fortlaufende Nummern zu geben. Waren die ersten beiden Weltkriege noch weitgehend „beschränkt“ auf die Hoheitsgebiete der jeweiligen Kriegsparteien, so wurde im Kalten Krieg der Konflikt der zwei Systeme fast gänzlich in die südliche Hemisphäre getragen und dort ausgetragen. Mal abgesehen von den hochgekürten SoldatInnen, die das Leid vielfach in Form von familiärer Gewalt zurück nachhaus, in ihr „Vaterland“ brachten, hatten die großen „Gewinner“ dieser Kriege nun keine nennenswerten Einbußen mehr – kein Bombenhagel über eigenen Städte, keine zivilen Opfer. Der Dritte Weltkrieg war für die „fortschrittlichen“ Staaten tatsächlich ein kalter Krieg.
Der hierauf folgende - laut der Filmmacher immer noch anhaltende „Vierte Weltkrieg“ baut sicherlich auch auf den elendigen Hinterlassenschaften des Kalten Krieges auf: no justice, no peace. Der gewonnene Einfluss in den sog. Entwicklungs- und Schwellenländern – letztlich manifestiert in Rohstoffquellen, Produktionsstandorten und Absatzmärkten – muss einerseits verteidigt werden, andererseits müssen neue Möglichkeiten der Kapitalakkumulation erschlossen werden.
Der Krieg, so im Film dargestellt, wird zunehmend aggressiv gegen jedwedes Individuum geführt und kennt keine geographischen oder physischen Grenzen mehr.
Gerade der Titel des Films ist es, der die zentrale Fragen aufwirft: was ist Krieg heute? Wer führt Krieg gegen wen? Ist es vorstellbar, neben den tatsächlichen gewalttätigen und tödlichen Konflikten in aller Welt, auch soziale Konflikte – hervorgerufen durch politische und wirtschaftliche Entscheidungen – auch als Kriegsschauplatz anzusehen?
Über mehrere Jahre hinweg sind die Leute von „Big Noise“ über die Kriegsschauplätze der Kontinente gereist um die Stimmen derjenigen einzufangen, die sie nicht abgeben wollen und dem Terror des Sachzwangs trotzen. „Fourth World War“ ist außerdem ein Mosaik aus Bildern sowohl real als auch symbolisch ausgetragener sozialer Kämpfe um Gerechtigkeit.
Naziprozess in Bochum
Sonntag, 27.04.2008
Folgende Interessante News haben wir auf Indy gefunden:
Derzeit stehen fünf Rechtsextremisten vor der 6. Strafkammer des Bochumer Landgerichts.
In diesem Prozess mit dem Aktenzeichen: 6 KLs 33 Js 39/05 sind neben dem stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden Claus Cremer, seine Lebensgefährtin Daniela Wegener, der NPDler Sebastian Vogt, der Chef der Dortmunder Kameradschaft Siegfried Borchardt und ein weiterer Dortmunder, namens Gläser, angeklagt.
[...]
Der Ganze Artikel mit weiterführenden Quellen auf Indy
26.04 Antifa-Demo in Stolberg
Samstag, 19.04.2008
Filmvorführung: Eat the Rich!
Montag, 31.03.2008
Am Samstag, dem 5.4. um 15.30 Uhr zeigt das Polit-Cafè Azzoncao im Kino Endstation, Bahnhof Langendreer den Trash-Film "Eat the Rich".
Worum es in diesem Film geht?
Ausgeplünderte Opfer des kapitalistischen britischen Empires nehmen grausam Rache. Sie lassen die Sau raus und die Reichen das machen, was sie am besten können: Alles gierig in sich rein schlingen.
Nur ist das, wofür die Reichen im Restaurant "Eat the Rich" viel Geld auf den Tisch legen, nichts anderes als die eigene Ausbeuterklasse.
Ob das lange gut geht?
Wird diese revolutionäre Strategie zum klassenlosen Gesellschaft führen?
Was sagt die Staatsraison dazu?
Und wird der faschistische Innenminister Nosh auch einen Happen vom Broker kosten?
Viele offene Fragen.
Laßt Euch überraschen von einem Film in dem Paul McCartney von den Beatles und Bill Wyman von den Rolling Stones genauso eine Nebenrolle haben, wie Shane MacGowan von den Pogues.
Ronald Allen als umstürzlerischen Geheimdienstchef Commander Fortune und seine rechte Hand Spider, alias Lemmy Kilmister, ziehen alle Register um das Empire zu stürzen.
Dafür liefert Lemmy mit seiner Band Motörhead auch den passenden Soundtrack in diesem Film.
Wer Sinn und Spaß am Groben hat, ist herzlich willkommen!
Wie immer, Nazis, Rassisten und Sexisten haben bei uns nix zu suchen und müssen zu Hause bleiben.
Con Dax nel cuore - Gedenken in Mailand
Sonntag, 23.03.2008
Am 15. und 16. März fand in Mailand ein Konzert und eine Demonstration zum Gedenken an den 2003 von Faschisten ermordeten Davide Cesare, genannt Dax, statt.
Die Gruppen AJB (antifaschistische Jugend Bochum) und Azzoncao aus Bochum beteiligten sich an dem Gedenken an Davide Cesare. Mittels eines Flugblatts in italienischer Sprache und eines Transparents versuchten wir einerseits unser Mitgefühl und unsere Solidarität mit den Hinterbliebenden und FreundInnen von Dax auszudrücken und andererseits auf neofaschistische Morde in anderen europäischen Ländern hinzuweisen. Neben einem Demobericht mit Informationen zu Dax haben wir auch einen persönlichen, wesentlich detailierteren Bericht online gestellt.
Demobericht
Persönlicher Bericht
Flugblatt auf Deutsch
Flyer nel lingua italiana
Flyer en espanol
Bericht auf de.Indymedia (weniger Fotos)
Prozess-Farce im NRW V-Mann Skandal - Teil I
Donnerstag, 13.03.2008
Am 11. Februar, 3. und 10. März fand der Prozess gegen den Verfassungsschutz-Agenten Sebastian Seemann statt.
Angeklagt war er vor der II. Strafkammer des Landgerichts Bielefeld wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetzes und des Waffenbesitzes (2 Kls 36 Js 689/07 - 39/07).
Wer sich großen Erkenntnisgewinn in Hinsicht der Zusammenarbeit zwischen kriminellem Milieu, bewaffneten Nazis und den Sicherheitsbehörden der BRD aus diesem Prozess erwartet hatte, der wurde enttäuscht.
Nicht, das hier nicht im Kleinen die Große Politik deutlich wurde. Ganz im Gegenteil. Das war wohl das eigentlich Interessante an diesem Prozess.
Krefeld '83
Sonntag, 02.03.2008
Tja, lang sind se her. The good old times.
Nun ja es gibt ja auch noch Flohmärkte oder Dachböden, auf denen sich das ein oder andere "gute Stück" in Form von Broschüren linksradikaler Geschichte der BRD finden läßt.
Und so wollen wir nicht allein über die guten 80ziger Jahre schmökern und offerieren Euch nen Eindruck über die so genannten Krefelder Krawalle vom 25.6.1983.
Have fun!
aber Vorsicht: Lesen macht dumm und gewalttätig!
Für alle Georg Elser-Fans...
Sonntag, 02.03.2007
... und die, die es noch werden wollen.
Am 8. November 1939 versuchte der Tischler Georg Elser mittels einer Bombe im Münchner Bürgerbraukeller Adolf Hitler zu töten.
Die Versammlung auf der Hitler sprach war das jährliche Gedenken der Nazis zum gescheiterten Hitlerputsch vom November 1923.
Zum Treffen der alten Kämpfer am 8. November 1939 im Bürgerbräukeller, bei dem Adolf Hitler wie immer persönlich auftrat, waren eingeladen:
- Teilnehmer des Putschversuchs und die Hinterbliebenen der damals ums Leben gekommenen sechzehn Nationalsozialisten
- Gäste des Führers
- Reichs- und Gauleiter
- Obergruppen- und Gruppenführer der SA und SS
- Obergebiets- und Gebietsführer
- Hauptdienstleiter der Reichsleitung
- Arbeitsgauführer des Reichsarbeitsdienstes
Unter den mehr als zweitausend Gästen waren auch Rudolf Heß, Joseph Goebbels, Julius Streicher und Alfred Rosenberg. Angeblich verfolgten Millionen Menschen die direkt übertragene Rede an ihren Rundfunkempfängern.
Die Bombe war in der Säule hinter Adolf Hitler plaziert und hätte ihn mit größter Wahrscheinlichkeit getötet. Aber Hitler verließ die Gaststätte früher als vorgesehen. So explodierte die Bombe 13 Minuten zu spät. Unter den noch anwesenden 200 Nazis tötete die Bombe 8 und verletzte 63 weitere, 16 davon schwer.
Georg Elser wurde bei seiner Flucht in die Schweiz verhaftet. Bis kurz vor dem Ende des 2. Weltkriegs wurde er als „Sonderhäftling“ im KZ Sachsenhausen gefangen gehalten und am 9.4.1945 im KZ Dachau, auf einen persönlichen Befehl Adolf Hitlers, erschossen.
Georg Elser war Mitglied der Holzarbeitergewerkschaft und des kommunistischen Roten Frontkämpferbund in Konstanz. Einige Male besuchte er Sitzungen der KPD. An der KPD schien ihn aber mehr, deren Einsatz für konkrete Lebensverbesserungen der ArbeiterInnen zu interessieren, als deren ideologische Ausrichtung.
Das Attentat auf Hitler bereitete er allein vor und führte es auch allein durch. Ein Umstand, der von allen Seiten, den Nazis, den Kommunisten, den Geheimdiensten und diversen Regierungen der damaligen Zeit, aber auch von vielen Nachkriegsorganisationen und Einzelpersonen in Abrede gestellt wurde.
Doch es war so.
Das macht Georg Elser zu einer der herausragendsten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts und der antifaschistischen Bewegungen.
Per Zufall stießen wir auf die relativ neue Seite des Georg-Elser-Arbeitskreises. Sie ist mit sehr vielen Quellen und Originaldokumenten beeindruckend vielfältig. So vielfältig, dass, dass man über einige politisch fragwürdige Deutungen hinwegsehen kann.
Hier könnt Ihr Euch bestens über die Geschichte Georg Elsers informieren:
http://www.georg-elser-arbeitskreis.de
Filmvorführung: Ein kleines Bisschen von (so viel) Wahrheit
Sonntag, 24.02.2008
Am Samstag, dem 1.3. um 15.30 Uhr zeigt das Polit-Cafè Azzoncao im Kino Endstation, Bahnhof Langendreer den Dokumentationsfilm über den langen Sommer der Rebellion in Oaxaca/Mexiko “Ein kleines bisschen (von so viel) Wahrheit”.![]()
»Was mit einem Streik der LehrerInnen für bessere Löhne und soziale Bedingungen begann, führte im Sommer 2006 zu einer beispiellosen Rebellion und breiten Solidarisierung der Bevölkerung im südmexikanischen Staat Oaxaca. Über Monate hinweg werden Strassen blockiert, Regierungsgebäude besetzt, die Stadt in Selbstverwaltung regiert und die Absetzung des verhassten Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz gefordert. Die ProtagonistInnen selbst berichten in vielseitigen Interviews über den Ablauf und die Hintergründe der Rebellion. Eine Schlüsselrolle spielen dabei ein TV- und 14 Radiosender, die von AktivistInnen der Grasswurzel-Bewegungen besetzt werden. Die Sender entwickeln sich zum wichtigsten Kommunikationsinstrument im Kampf für soziale, ökonomische und kulturelle Gerechtigkeit. ‘Die Kommune von Oaxaca’, wie sie von einigen bezeichnet wird, sieht sich einer blutigen Repression ausgesetzt, die an die lateinamerikanischen Diktaturen der 70er Jahren erinnert. “Ein kleines bisschen von so viel Wahrheit” führt mit viel Geschick das Videomaterial von mehreren engagierten MedienmacherInnen zusammen. Das Ergebnis ist eine intime und atemberaubende Erzählung von historischer Bedeutung.«
siehe dazu:
de.Indymedia: Menschenrechte in Oaxaca
Cine Rebelde
Erklärung zur Demo am 1.3. in Bochum
Donnerstag, 21.02.2008
Die Antifaschistische Jugend Bochum (AJB) und das Bochumer Polit-Cafè Azzoncao werden die antideutsche Demonstration am 1.März 2008 in Bochum weder unterstützen, noch an ihr teilnehmen.
Unsere Gruppen stehen der positiven Bezugnahme auf Nationen und Nationalismus, der in diesem Aufruf zu Tage tritt, mehr als ablehnend gegenüber. Wir billigen in keiner Weise die diffuse Grundannahme dieser Gruppen, welche „die JüdInnen“, die AmerikanerInnen, „die Deutschen“, etc. zu einem Kollektiv zusammenschrauben will. Dass man sich hier bei der völkischen Ideologie bedient, die man abzulehnen vorgibt, ist mehr als offensichtlich.
Besonders die Staaten Frankreich und die U.S.A., die hier explizit als positive nationalistische Bezugspunkte gesetzt werden, haben in ihrer Vergangenheit (Kolonialismus, Sklaverei, Assimilationspolitik, etc. pp.), eindrucksvoll bewiesen, dass auch ohne explizit völkisch-deutsche Ideologie Genozide, Rassismus und Unterdrückung von Minderheiten bzw. vermeintlich minderwertiger Menschen möglich sind. D.h. natürlich nicht, dass die Singularität der Shoah hier in Frage gestellt wird.
Das sog „3. Reich“ und die völkische Ideologie allein auf ein „fehlenden positiven Bezugspunkt“ der „Deutschen“ zur Nation zurückzuführen ist plump und unwissenschaftlich. Die Entstehung der faschistischen und insb. der völkischen Ideologie auf ein geschichtliches Datum in der Entstehungsgeschichte des Deutschen Kaiserreiches festzuschreiben ist nicht nur fahrlässig, sondern einfach historisch falsch und unterschlägt ganze Bereiche der Geschichtswissenschaft.
Auch positive Bezüge zum Militär und Militarismus, wie sie im Aufruf zutage treten, liegen uns fern.
Wir sehen in der hier dargebotenen antideutschen Kritik an linker bundesdeutscher Politik der letzten 40 Jahre keine Relevanz, da sie kaum mehr ist, als eine pseudowissenschaftliche Vereinfachung und Verzerrung. Ihr einziger Sinn ist die identitäre Selbstinszenierung einer selbsterklärten Elite, die in oberlehrerhafter Pose anklagt und belehrt. Eine realitätsferne Gesellschaftskritik, die in der oben beschriebenen Weise daherkommt, und das Patriachat, den Rassismus, die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und den Wirtschaftchauvinismus der so genannten 1.Welt gegenüber der so genannten 3.Welt relativiert bzw. völlig ausklammert, ist nicht die Unsrige.
Ein wirklich emanzipatorisches Potential können wir dieser Demonstration beim besten Willen nicht abgewinnen. Sie ist vielmehr Ausdruck spätpubertärer Kriegs- und Machtphantasien einiger junger Deutscher.
antifaschistische Jugend Bochum (AJB)
Azzoncao, ein Polit-Cafè
Seite und Mailkontakt wieder aktuell
Mittwoch, 13.02.2008
Die Azzoncao-Homepage ist nun endlich wieder aktuell und wird wieder regelmäßig aktualisiert. Wir hatten schwere technische Schwierigkeiten und waren für längere Zeit nicht in der Lage Aktualisierungen online zu stellen - hiermit sind diese nachgereicht.
Wir bitten auch um Entschuldigung für Emails, auf die wir in diesem Zeitraum nicht antworten konnten. Das wird in Zukunft nicht mehr vorkommen. Als Entschädigung können sich Betroffene bei der nächsten Azzoncao-Veranstaltung ein Gratis-Bier abholen ;-)
Deutschland und seine Neonazis - Lesetipp
Donnerstag, 24.01.2008
Regelmäßig wollen wir auf diesem Wege auch auf Buch-Veröffentlichungen hinweisen, die wir für besonders lesenswert halten. Zu diesen gehört sicherlich auch "Rosen auf den Weg gestreut - Deutschland und seine Neonazis" aus dem Pappy Rossa-Verlag. Unterschiedliche Autoren - von linken Journalisten, Künstern, Kabarettisten, Liedermachern bis zu Parteipolitikern - zeigen dort auf, wie Neonazis und neonazistisches Gedankengut von Staat und Gesellschaft gefördert und unterstütz werden - Ihnen (nach Tucholsky) Rosen auf den Weg gestreut wird. Selbstredend ist sicherlich nicht jeder Artikel des Buches gelungen und einige Analysen halten wir für etwas fragwürdig - dennoch stellt das Buche eine erfrischende stilistische und inhaltliche Mischung dar.
Besonders der Beitrag von Dietrich Kuhlbrodt hat es uns sehr angetan. Wir freuen uns daher umso mehr, dass der Autor uns erlaubt hat seinen ironischen "Erlebnisbericht" auf unserer Seite zu veröffentlichen. Er ist in unserer 'Kulturecke' nachzulesen.






