Entscheidung
zum Angriff auf kurdische Bevölkerung in Dîlok getroffen!
Am 26. Juli 2013
trafen sich 70 Kommandanten der Freien Syrischen Armee unter der Gastgeberschaft
der Türkei in Dîlok (Gaziantep). Jetzt ist an die Öffentlichkeit gekommen,
dass die Entscheidung zu den Angriffen auf die kurdische Bevölkerung von
Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien) auf diesem Treffen gefällt worden ist.
In Til Hasıl und Til Aren im Gebiet Halep wurden am 31. Juli und 1. August
mindestens 70 kurdische Zivilisten getötet und Hunderte als Geiseln genommen.
Der Nachrichtenagentur ANHA zufolge, erklärte der Vorsitzende des militärischen
Rats der Freien Syrischen Armee Abdulcabbar el-Akidi auf dem Treffen in
Dîlok, dass sie viel stärker als die PYD seien und alle Kurden aus den
Gebieten Syriens vertrieben werden sollen. Es sei die Zeit der „Vernichtung“
gekommen. Zudem wurde eine Videobotschaft ausgestrahlt, in der mehrerer
Kommandanten der Freien Syrischen Armee zu sehen sind. Darin wird erklärt,
dass unter anderem die Brigade „Azadi“ Teil der Angreifer auf Til Hasıl
und Til Aren ist und das Ziel der Angriffe die kurdischen Volksverteidigungseinheiten
(PYD) seien.
Angst vor neuen Massakern
Nur drei Tage nach dem Treffen in Dîlok begannen die Angriff der bewaffneten
Gruppen auf die Kurden in Til Hasıl und Til Aran. In diesen Gebieten leben
circa 40.000 Kurden. Neben Til Hasıl und Til Aran besteht auch in den
Städten Kubeysin, Cerablus und Minbic die Gefahr von Überfällen. Es sollen
bereits Vorbereitungen von al-Qaida-nahen Gruppen und Teilen der FSA für
ein Massaker in Minbic geben – einer Stadt, in der Kurden und Araber zusammen
leben. Örtliche Quellen berichten davon, dass bewaffnete Gruppen die Bevölkerung
dazu zwingen kurdische Einrichtungen, wie das kurdische Volkshaus, zu
schließen. Die Straße aus Minbic in Richtung Kobani wurde durch bewaffnete
Kämpfer abgeriegelt.
Auseinandersetzungen im Gebiet
um Serê Kaniyê
Seit den frühen Morgenstunden des 2. August sind im Gebiet der westkurdischen
Stadt Serê Kaniyê erneut heftige Auseinandersetzungen zwischen den kurdischen
Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der al-Qaida nahestehender islamistischer
Gruppen ausgebrochen. Bei den islamistischen Gruppen handelt es sich um
die Al-Nusra-Front und der Gruppe Islamischer Staat Irak und Syrien.
Die Auseinandersetzungen begannen, nachdem die islamistischen Gruppen
um vier Uhr morgens die Stadt Serê Kaniyê mit Raketen beschossen haben.
Dabei wurden mindestens vier ZivilistInnen verletzt. Daraufhin griffen
die YPG-Einheiten Stellungen der Islamisten einige Kilometer vor dem Stadtzentrum
im Gebiet von Esfer Necar und Tel Halaf an.
Die Angriffe der Islamisten auf Serê Kaniyê begannen am 17. Juli. Nach
schweren Verlusten mussten sie sich allerdings nach kurzer Zeit bis in
die Region Tel Halaf zurückziehen.
Gefechte in Til Ebyad halten
an
Auch am späten Abend des 02.08. hielten in Til Ebyad die Gefechte zwischen
islamistischen Gruppen und der YPG an. Gegen 22 Uhr Ortszeit kam es zu
schweren Auseinandersetzungen in drei Dörfern nahe der Grenze zur Türkei.
Laut Augenzeugenberichten haben die YPG-Kräfte eines der Dörfer, in welchem
die Islamisten seit dem frühen Morgen des Tages Waffen und Kämpfer angesammelt
hatten, umstellt. Ob und wie viele Verluste es bei diesen Auseinandersetzungen
gab, ist noch nicht bekannt.
Informationen zum
Treffen in Antep: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2013/30/04.htm
Quelle: ANF, 02.
und 03.03.2013, ISKU
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