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14. November: Kein Platz für das Gepäck


Im Morgengrauen trifft Changa mit einer gewaltigen Ladung Lebensmittel ein. Rafael schickt eine Botschaft, in der er vorschlägt, eine geheime Basis in Tansania zu organisieren. Che ist einverstanden. Changa bringt vierzig Kongolesen mit, die vom Studium in der UdSSR zurückkehren. Als erstes fordern sie zwei Wochen Urlaub ...


CHE: ... und beschweren sich unter anderem darüber, daß es keinen Platz gibt, wo sie ihr Gepäck unterstellen können, und daß keine Waffen für sie bereitstehen; wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich fast über das Verhalten dieser Burschen amüsieren, in die die Revolution ihr Vertrauen gesetzt hatte.

Che wäscht ihnen den Kopf, froh, daß er endlich mit jemandem französisch reden kann. Ihr Chef reagiert vernünftig, und am nächsten Tag steigen sie zur Basis hinauf, um bei der Verstärkung der Verteidigung mitzuhelfen. Masengo schickt ihm außerdem sieben Männer, die auf der Strecke Kigoma-Albertville ein Boot in die Luft jagen wollen. Che sagt ihnen, daß es angesichts der Spannungen mit Tansania nicht der richtige Moment dafür ist, und schlägt ihnen stattdessen Aktionen im Rücken der feindlichen Nachhut vor, woraufhin sie nie mehr gesehen werden. Schwierigkeiten bei der Evakuierung. Feindliche Boote bewachen den See ununterbrochen. Changa hat Probleme mit »Jugendlichen« von 20 bis 25 Jahren, die sich an Frauen und Kindern vorbei auf die Boote drängen wollen.

VIDEAUX: Tremendo Punto und Amía trafen ein und teilten uns mit, daß der Che unsere baldige Rückkehr angeordnet hätte. Als wir diesen Befehl vernahmen, versuchten wir ihn mit allen Mitteln geheimzuhalten. Wir wußten, daß es Verstimmung unter der Bevölkerung geben würde, wenn sie von unserem Abzug erfahren sollte. Sie hatten Vertrauen zu uns gefaßt. Sie sagten, solange wir dort wären, würden die Belgier nicht kommen. Wir bereiteten sie schonend vor: wir seien nicht die einzigen, die wüßten, wie der Krieg zu führen sei. Wären sie erst einmal ausgebildet, bräuchten sie uns nicht mehr. Die von uns ausgebildeten Kongolesen seien genauso gut wie wir. Wir hatten feierliche Abkommen mit den Dorfvorstehern geschlossen und versuchten deshalb den Befehl zum Abzug geheim zu halten. Aus zwei Gründen: damit kein Chaos entstand und als Sicherheitsmaßnahme. Sollte der Feind davon erfahren, könnte dies zu Angriffen oder Sabotageaktionen führen. Aber so sehr wir uns auch bemühten, Stillschweigen zu wahren, schließlich erfuhren sie doch davon und begannen es zu verbreiten. Sie sagten Aly, daß wir nicht abziehen dürften, weil sonst die Belgier sofort einmarschieren würden, sobald wir weg seien. Die Guerilleros, die davon erfuhren, vertraten die gleiche Ansicht. Riesengroßer Aufruhr. Um uns irgendwie aus der Affäre zu ziehen, behaupteten wir, unser Abzug sei noch nicht endgültig beschlossen. Aber wir hatten nun mal den Befehl zum Abzug. Als es dunkel wurde, machten wir uns gestaffelt auf den Weg zur Basis.



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