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Studie über BKA-Vergangenheit vorgestellt
Nazi-Kontinuität bei Personal und antikommunistischer Gesinnung
Am 6. April wurde im Bundeskriminalamt (BKA) eine Studie über deren Gründungsgeschichte vorgestellt, die die Behörde 2008 in Auftrag gegeben hatte. Darin kommt Patrick Wagner, Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu dem (eigentlich seit Jahrzehnten bekannten) Ergebnis, dass es sich beim BKA um eine quasi Nachfolgeorganisation des Reichssicherheitshauptamtes des Nazi-Regimes handelt. So hatten in den fünfziger Jahren von 47 leitenden Beamten 33 zumeist eine höhere SS-Vergangenheit – wie Theo Saevecke. Der ehemalige SS-Hauptsturmführer, später Mitarbeiter der CIA und Kriminalkommissar, war, so Wagner, bereit, „vor buchstäblich keinem Mittel zurückzuschrecken, um die kommunistische Bewegung zu unterdrücken“. 1962 organisierte er die polizeilichen Maßnahmen gegen den Spiegel. „Erstens gab es Nazis im BKA, und zweitens gefährdeten die nicht die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Sie exekutierten sie lediglich zusammen mit den alten Kameraden bei BND, Verfassungsschutz, Justiz, Armee etc., umzulernen war nicht viel“, kommentierte die junge welt.
(jw/Azadî v. 7.4.2011)