AZADI infodienst nr. 108/9
dezember 2011 // januar 2012


 

Antikurdischer Angriff

 

Brandanschlag auf kurdischen Verein in Berlin

In der Nacht zum 10. Dezember versuchten Unbekannte einen Angriff auf den kurdischen Verein „Mala Kurda“ in der Berliner Friedrichstraße. Eine Scheibe wurde zunächst mit einem Stein zerschlagen. Vermutlich sollten durch einen Brandsatz die Vereinsräume in Brand gesetzt werden, er prallte jedoch an der Außenwand ab und hinterließ lediglich Rußspuren. Polizei und Feuerwehr wurden von einer Anwohnerin gerufen. Der Vereinsvorstand war von der Polizei über den Anschlag nicht informiert worden. Erst einen Tag später entdeckten Vereinsmitglieder den Schaden. Mittlerweile wurde Anzeige erstattet. Der Brandanschlag könnte möglicherweise in Verbindung stehen mit vorangegangenen Übergriffen türkischer Faschisten auf linke kurdische Jugendliche am Abend des 26. November. Auf dem Rückweg von einer antifaschistischen Demonstration sind kurdische Jugendliche auf der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg mit Messern angegriffen und verletzt worden. Der Angriff erfolgte in unmittelbarer Nähe zu einem Verein der faschistischen „Grauen Wölfe“, den daraufhin kurdische Jugendliche besetzt hatten. Bereits in der Nacht des 20. November wurde eine Scheibe des kurdischen Vereins durch Steinwürfe zerstört. Am gleichen Tag hatte es dort eine groß angelegte Razzia gegeben, wodurch die Öffentlichkeit auf den Verein aufmerksam geworden ist – vermutlich auch jene, die einem linken kurdischen ­Verein feindlich gegenüberstehen.

(PM Kurdistan Solidaritäts­komitee Berlin v. 19.12.201)

 

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