AZADI infodienst nr. 49/50
dezember 2006 januar 2007


Neu erÖffnet - neu erschienen

 

Frauenzentrum UTAMARA eröffnet

Am 16. Dezember 2006 wurde in Kasbach-Ohlenberg bei Bonn die Internationale Freie Frauenstiftung – eine Frauenbegegnungs- und bildungsstätte – eröffnet. Im Gedenken an Uta Schneiderbanger und Ein Ceren Dogruak (Amara), die am 31. Mai 2005 bei einem Verkehrsunfall in Südkurdistan ums Leben kamen, heißt das neue Zentrum UTAMARA. In ihrer Eröffnungsrede erklärte Anna-Kristin Kowarsch u.a.: „Uta und Amara waren zwei unserer internationalistischen Freundinnen. Mit ihrem Kampf, ihrer Haltung und ihrer Liebe haben sie den Grundstein für dieses Zentrum gelegt. Mit diesem Zentrum werden wir ihre Träume und Wünsche verwirklichen.“ Die Begegnungsstätte hat das Ziel, Frauen einen „Ort zu bieten, um ihre Fähigkeiten und Begabungen zu entdecken, auszutauschen und weiterzuentwickeln, jegliche Form von Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und Frauen bei der Bewältigung von Gewalt-, Kriegs- und Migrationserfahrungen zu unterstützen.“ Außerdem wird eine „Vernetzung und Zusammenarbeit von Fraueneinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowohl international als auch themenübergreifend“ angestrebt.

Kontakt: Frauenbegegnungsstätte, In der Stehle 26, 53547 Kasbach-Ohlenberg, utamara@web.de, Tel. 02644 – 602424

 

MAFDAD – Für Recht und Gerechtigkeit

„Wir sind der Meinung, dass Rechte und Freiheiten der Menschen nicht geschützt werden können, wenn der Zusammenhang zwischen der diskriminierenden Sicherheitspolitik westlicher Staaten und klassischen Rechtsverletzungen in Staaten wie z.B. der Türkei übersehen wird. Wir wollen gegen beides kämpfen.“ So stellt sich „MAFDAD – Verein für Demokratie und internationales Recht“ in seiner Gründungserklärung vom 10. Dezember 2006 der Öffentlichkeit vor. MAFDAD ist kurdisch und steht für Recht und Gerechtigkeit.
Der Verein wird die Beitrittsverhandlungen zwischen EU und der Türkei kritisch beobachten und kommentieren und sich einsetzen für die „Fortentwicklung von Demokratie und Menschenrechten im 21. Jahrhundert.“ Dem Vorstand gehören die Rechtsanwältinnen und –anwälte an:
Anni Pues, Heike Geisweid, Mahmut Sakar, Dr. Rolf Gössner, Dr. Jürgen Schneider sowie der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Norman Paech.
Der Sitz des Vereins: Glasstr. 51, 50823 Köln, Tel. 0221-2226341, info@mafdad.org, www.mafdad.org

(Azadî)

 

Terror von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus

Im Münchener Siedler-Verlag erschien das von Nikolaus Wachsmann, der in London Geschichte lehrt, verfasste Buch „Gefangen unter Hitler. Justizterror und Strafvollzug im NS-Staat.“ Wachsmann beschreibt die perfekt funktionierende Zusammenarbeit von Polizei und Justiz bei der Verfolgung von „Asozialen“, „Gewohnheitsverbrechern“, „Fremdvölkischen“ und politischen Widersachern, sog. Staatsfeinden. Das Buch umfasst 623 Seiten und kostet 28 Euro.

 

Kriege und sexualisierte Gewalt gegen Frauen

„Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen“ lautet der Titel eines von „medica mondiale“ herausgegebenen und im Mabuse-Verlag erschienenen Sammelbandes. In ihm geht es um Vergewaltigung, Verletzungen, Demütigung und Erniedrigung von Frauen und Mädchen in Kriegen. Zumeist überleben sie schwerstens traumatisiert diese zerstörerischen Erlebnisse und vermögen kaum, darüber zu sprechen. Um die betroffenen Frauen dabei zu unterstützen, ihr Schweigen zu durchbrechen, hat medica mondiale die Kampagne „Zeit zu sprechen“ initiiert (www.zeit-zu-sprechen.de).

Das Buch hat 456 Seiten; der Preis beträgt 34,90Euro

 

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