Neue BÜcher
Savvas Xiros: Guantánamo auf griechisch. Zeitgenössische Folter im Rechtsstaat.
Savvas Xiros wurde, nachdem er, durch eine vorzeitig explodierte Bombe in seiner Hand schwer verletzt, zwei Wochen lang unter dem Vorwand von „Gesundheits- und Sicherheitsgründen“ auf der Intensivstation eines Krankenhauses festgehalten worden war. Weder Verwandte, noch Freunde oder Anwälte durften während dieser Zeit mit ihm in Kontakt treten. Er wird beschuldigt, Mitglied der revolutionären Organisation „17N“ zu sein, die zum ersten Mal 1975 in Erscheinung getreten war und mit ihrem Namen an den 17. November 1973 erinnern wollte, als die griechische Militärjunta mit Panzern gegen demonstrierende Studenten vorging, die das Polytechnikum besetzt hatten. 34 Menschen starben bei diesem Angriff, weitere 800 wurden verletzt.
Xiros schildert in seinem Buch vor allem die 65 Tage, in denen er unter Anwendung schwerster Folter – unter Zuhilfenahme von aus den USA eingeflogener Psychopharmaka – dazu gebracht wird, Aussagen zu machen.
„Selten ist die Geschichte eines Verrates so menschlich erzählt worden. (…) Ganz bestimmt ist Xiros’ Werk eines der wichtigsten und beeindruckendsten Bücher der Linken seit vielen Jahren. Die Lektüre sei hier unbedingt empfohlen.“
Savvas Xiros: Guantánamo auf griechisch. Zeitgenössische Folter im Rechtsstaat.
Pahl-Rugenstein-Verlag, Bonn 2007, 129 Seiten, 13,90 €
(aus junge welt, 10.12.2007)
Roman zum „Deutschen Herbst“:
Schön bauchlinks
„Alle Staaten sind verbrecherische Organisationen. Es gehört zu ihrem Wesen. Das ist der Grund, weshalb ich mich niemals von Menschen distanzieren würde, die den Mut und die Kraft haben, den Staat zu bekämpfen.“ Diese Formulierung wählt Peter O. Chotjewitz in seinem Roman „Mein Freund Klaus“, womit der damalige Wahl-Verteidiger der RAF, Klaus Croissant, gemeint ist. Auf knapp 600 Seiten beschreibt der Autor dessen Lebensweg. „Er gehörte in den 1970er Jahren zu den meistgehassten Persönlichkeiten des westdeutschen Polizei-, Justiz- und Medienapparats“, schreibt Marek Lantz in seiner Rezension in der jungen welt vom 15. Dezember. Und weiter: „Es ist nicht zuletzt das, was man mit dem verpönten Wörtchen Gefühligkeit (…) beschreiben könnte, was die Qualität dieses Buchs vielleicht nicht ausmacht, aber zumindest massiv befördert: das Herz auf dem rechten Fleck und gewusst, wo der ideologische Feind steht. (…) Folglich: Dieses Buch ist bauchlinks. Schön, dass sich das mal wieder jemand traut.“
Peter O. Chotjewitz: Mein Freund Klaus. Verbrecher Verlag, Berlin 2007, 572 Seiten, 22 Euro.