AZADI infodienst nr. 62
januar 2008


 

menschenrechte

 

Foltermethode «Aquapark» gegen baskische Aktivisten

„Sie sagten mir, dass sie das von den Israelis gelernt haben“, berichtete der baskische Aktivist Gorka Lupianez, der während einer fünftägigen Isolationshaft das erlitten hat, was in den USA „Waterboarding“ genannt wird. Und in Spanien macht die Guardia Civil Gebrauch von „Aquapark“. Wie der US-Nachrichtensender ABC berichtete, sei US-Geheimdienstquellen zufolge diese Foltermethode äußerst effektiv, weil die Opfer mitunter bereits nach wenigen Sekunden zu einer Aussage bewogen werden könnten. Am 6. Januar hatten die paramilitärische Guardia Civil Mattin Sarasola und Igor Portu wegen Verdachts der Mitgliedschaft in der baskischen Untergrundorganisation ETA festgenommen. Portu wurde kurze Zeit später mit Rippenbrüchen und schweren Lungenverletzungen auf die Intensivstation und Sarasola „in einem skandalösen Zustand“ – so die rechtsgerichtete Tageszeitung El Mundo – nach Madrid in die Guardia Civil-Zentrale gebracht. Sowohl der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba als auch Spaniens sozialdemokratischer Premier José Luis Rodríguez Zapatero nahmen demonstrativ die Polizisten in Schutz, wonach sich die beiden Basken beim Widerstand gegen die Festnahme verletzt hätten. Dem widersprechen die Familienangehörigen. Zweifel an der offiziellen Version hat auch die Sprecherin der autonomen baskischen Regierung, Miren Azkarate, geäußert.

(Azadî/jw, 10.1.2008)

 

US-Geheimdienstdirektor: «Waterboarding» ist Folter

Der Direktor des US-Geheimdienstes, Mike McConnell, hat sich in einem Interview mit dem Magazin The New Yorker von der umstrittenen Verhörmethode des „Waterboarding“ distanziert, bei der die Gefangenen das Gefühl haben, ersticken zu müssen. „Wenn mir jemand Wasser in die Nase einflößen würde, mein Gott, ich kann mir nicht vorstellen, wie schmerzvoll das wäre. Egal, ob das nun nach der Definition anderer Leute als Folter zu bezeichnen wäre: Für mich ist das Folter.“ US-Justizminister Michael Mukasey hat es bislang abgelehnt, „Waterboarding“ als Foltermethode zu bezeichnen und US-Präsident Bush schweigt zu diesem Thema. CIA-Direktor Michael Hayden hat sie 2006 verboten.

(Azadî/FR, 14.1.2008)

 

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