AZADI infodienst nr. 62
januar 2008


 

Neue BÜcher

 

 

Israelische Frauen berichten aus dem besetzten Palästina

Ende August 2007 ist die deutsche Erstausgabe eines Buches von Yehudit Kirstein Keshet, eine der drei Gründerinnen von Checkpoint Watch, erschienen. Es handelt sich um Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Vorgänge an den Kontrollposten der israelischen Armee innerhalb der Palästinensergebiete und nach Israel zu beobachten, zu dokumentieren und in kritischen Fällen und bei Rechtsverletzungen öffentlich zu machen. Eine absurde Bürokratie, die den Palästinenser/innen ein menschenwürdiges Leben unmöglich machen, steht in den Schilderungen ebenso im Fokus wie eine aus der Militärbesetzung resultierende prekäre Entwicklung der israelischen Gesellschaft.  Die Frauen von Checkpoint Watch wollen den Palästinenser/innen, die die Kontrollposten passieren müssen, ebenso beistehen wie auch den zumeist sehr jungen israelischen Soldaten, die häufig mit der Situation überfordert sind. Im Vorwort zu diesem Buch schreibt Amira Hass u.a.: „Die Leistung von Machsom Watch ist es, Israel all die erschreckenden Details vor Augen zu führen, die viele lieber ignorieren möchten. Die Lügen, die Hinterhältigkeit, die Widerlichkeit, die Kluft zwischen dem Sicherheitsdiskurs und der wirklichen Absicht, die hinter den Kontrollposten steht: das Auseinanderreißen des Westjordanlands in voneinander getrennte Bantustans.“

Yehudit Kirstein Keshet: „Checkpoint Watch – Zeugnisse israelischer Frauen aus dem besetzten Palästina“, Nautilus-Verlag Hamburg 2007, 288 S., 18,— €

(Azadî/Text aus dem Verlagsprospekt)

 

Starke Frauen der Tuareg

Die französische Anthropologin Hélène Claudot-Hawad untersucht in ihrem 2007 erschienenen Buch die Gesellschaft der Tuareg, eines zu den Berbern gehörenden Nomadenvolks, das auf fünf Staaten verteilt lebt (Algerien, Mali, Niger, Libyen und Burkino Faso). Beschrieben werden die verheerenden Folgen der französischen Kolonisation und der Kampf der Tuareg ums Überleben sowie die Sorge um die ökologischen Ressourcen. Im Kapitel „Tuareg-Frauen und politische Macht“ hebt Claudot-Hawad insbesondere die Rolle der Frau hervor: ihre ökonomische Unabhängigkeit gilt in dieser Gesellschaft als Prinzip. Oft zählt ihre Stimme mehr als die der Männer; auch sind die Frauen als Stammesgründerinnen angesehen und werden mit dem Hauptstützpfeiler eines Zeltes verglichen.

Hélène Claudot-Hawad: «Tuareg - Porträt eines Wüstenvolks», Horlemann-Verlag Bad Honnef, 2007, 14,90 Euro

(Azadî/Wir Frauen, Heft 3/2007)

 

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