AZADI infodienst nr. 68
juli 2008


 

Asyl- und Migrationspolitik

 

 

2007 weniger Einbürgerungen

Immer weniger Ausländer stellen einen Antrag auf Einbürgerung in Deutschland. Die Zahl der Einbürgerungen ist im vergangenen Jahr um fast 10 Prozent zurückgegangen. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland rund sieben Millionen Ausländer und der weitaus größte Teil würde theoretisch die Bedingungen für eine Einbürgerung erfüllen. Die größte Gruppe der Eingebürgerten bilden wie schon in den Jahren zuvor Einwanderer aus der Türkei. An zweiter und dritter Stelle stehen Einbürgerungen von Personen aus Serbien, Montenegro und aus Polen.

(Azadî/FR, 4.7.2008)

2007 mehr Firmengründer mit Migrationshintergrund

Immer mehr Unternehmen in Deutschland werden von Ausländern oder Menschen mit Migrationshintergrund gegründet. Allein im Jahre 2007 nutzten mehr als 22 000 Männer und Frauen nichtdeutscher Herkunft die Hilfsangebote der Industrie- und Handelskammer zur Existenzgründung. „Im Verhältnis zum Anteil an der Bevölkerung gründen Menschen mit Migrationshintergrund häufiger ein Unternehmen als Deutsche. Schon heute wird jede neunte Firma von Migranten eröffnet – Tendenz steigend“, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun.

(Azadî/jw, 7.7.2008)

Freiheit für Nurettin Petek Türkei beantragt Auslieferung

Nurettin Petek wurde in seiner Wohnung in Heilbronn von Interpolbeamten verhaftet und zwecks Auslieferung in die JVA Stuttgart-Stammheim gebracht. Petek, der als Dorfvorsteher in Kayabaglar in Siirt tätig war, befand sich 2001 wegen „Waffenbesitzes“ für zwei Monate in türkischer Haft. Nach seiner Entlassung beantragte er in Deutschland politisches Asyl und wurde 2002 anerkannt. In der Türkei wurde er unterdessen zu vier Jahren und wie Monaten Haftstrafe verurteilt. Der Haftbefehl wurde den deutschen Behörden am 13. Juni übermittelt.

(Azadî/ÖP/ISKU, 8.7.2008)

Freiheit für Ömer Berber Türkei beantragt Auslieferung

Ömer Berber wurde am 13. Juli in Aachen bei einem Verwandtenbesuch aufgrund eines internationalen Haftbefehls fest- und in Auslieferungshaft genommen. Der 33Jährige befindet sich in der JVA Köln. Am 19. Juli protestierten Mitglieder der Föderation der Arbeitsmigranten aus der Türkei in Deutschland (AGIF) vor der JVA Köln-Ossendorf. Berber war wegen seiner politischen Betätigung in der Türkei im Gefängnis. Er floh nach Frankreich, wo er im November 2003 eine Asylanerkennung erhielt.Gegen seine drohende Auslieferung befindet sich Ömer Berber seit mehr als zwei Wochen im Hungerstreik.

(Azadî/jw, 30.7.2008)

 

 

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