AZADI infodienst nr. 68
juli 2008


 

Zur Sache: TÜrkei

 

Türkei muss Schmerzensgeld an Kurden zahlen

Die türkische Regierung muss drei kurdischen Folteropfern wegen menschenunwürdiger Behandlung durch die Polizei ein Schmerzensgeld von über 36 000 Euro zahlen. Die Klagen der Beschwerdeführer über Schläge, Elektroschocks und Aufhängen an den Beinen seien glaubwürdig, hieß es in dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Die Verantwortung der Polizei für die Folter sei offenkundig, da die türkische Regierung keine vernünftige Erklärung für die Verletzungen der Männer habe geben können. Zwei der Männer im Alter zwischen 36 und 49 Jahren waren 1999 und 2002 wegen des Verdachts der Beteiligung an Bombenanschlägen der PKK in Istanbul festgenommen worden. Der dritte Mann war wegen Diebstahls festgenommen und am folgenden Tag wieder freigelassen worden.

(Azadî/Der Standard, 22.7.2008)

Türkische Luftwaffe bombardiert Dörfer und Zivilbevölkerung

Die türkische Luftwaffe hat nach Angaben ortsansässiger Quellen am 29. Juli die Dörfer Lewce, Inzo und Bokriskan, das Balekan-Tal sowie das Geiet Geliye Bedran bombardiert. Ein Bewässerungsprojekt in Bokriskan sei dabei dem Erdboden gleichgemacht und die Nutztiere der Dorfbevölkerung getötet worden. Die gesamte Bevölkerung flüchtete nach Coman und Ranya. Der Angriff wurde auch aus Kreisen der PUK bestätigt. Laut HPG hätten türkische Kampfflugzeuge zivile Siedlungsgebiete in Nordirak bombardiert. Dadurch seien in den Gebieten Sidekan, Zap und Haftanin Waldbrände ausgebrochen.

(Azadî/ANF/ISKU, 29.7.2008)

Solidarität mit kranken Gefangenen

Vertreter politischer Parteien und zivilgesellschaftlicher Organisationen haben vor dem türkischen Parlament in Ankara auf die akute gesundheitliche Situation von 42 Untersuchungs- und Strafgefangenen aufmerksam gemacht. Mitglieder von DTP, EMEP, SHP und IHD sowie weiteren Organisationen forderten die sofortige medizinische Behandlung der Gefangenen. Sie seien von Krebs und chronischen Krankheiten betroffen. Außerdem wiesen Sprecher darauf hin, dass insbesondere in den F-Typ-Gefängnissen weiter gefoltert und misshandelt werde. Auf den Transparenten war zu lesen „Isolation tötet, Solidarität heißt Leben“ und „Diese Wunde blutet seit Jahren – gleiche Gesundheitsversorgung und Gerechtigkeit für alle im Gefängnis.“

(Azadî/ANF/ISKU, 29.7.2008)

 

 

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