AZADI infodienst nr. 72
november 2008


 

neu erschienen

 

Krieg und Frieden

Die Internationale Initiative Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden in Kurdistan hat unter dem Titel „Krieg und Frieden in Kurdistan – Perspektiven für eine politische Lösung in Kurdistan“ eine Broschüre von Abdullah Öcalan herausgegeben. Aus einer Besprechung im Kurdistan Report Nr. 140: „(…) In schneller Folge werden die LeserInnen durch die ältere und neuere Geschichte Kurdistans, die Geschichte der PKK und einige strategische Diskussionen der letzten Jahre geführt. Die Kolonialismuskritik der PKK kommt genauso zur Sprache wie die Entstehung des Nationalismus in der Region. Die Auseinandersetzung der PKK mit ihrer Quasi-Staatlichkeit in den 1990er Jahren fehlt ebenso wenig wie eine selbstkritische Diskussion der Frage des Einsatzes von Gewalt. (…)
Die 46-seitige Broschüre ist kostenfrei und kann gegen Rückporto bei der Informationsstelle Kurdistan (ISKU) und bei der Internationalen Initiative bestellt oder als PDF im Internet heruntergeladen werden.

ISKU, Schanzenstr. 117, 20357 Hamburg; E-Mail: isku@nadir.org
Internationale Initiative, Postfach 100511, 50445 Köln; http://www.freedom-for-ocalan.com/deutsch

 

Zwang zur Kontrolle

„Wir können eine regelrechte Gegenbewegung zu Moderne und Postmoderne erkennen: die Antimoderne. In dieser sind wir mit einem innergesellschaftlichen Konflikt, einem Rückbau der Menschenrechte und dem zwanghaften Zug unserer Gesellschaft zur Kontrolle konfrontiert.“
Aus dem Buch von Hans G. Zeger „Mensch.Nummer.Datensatz. Unsere Lust an totaler Kontrolle“, erscheint im Residenz Verlag, 364 Seiten, 22 Euro

(ND, 20.11.2008)

 

Die Wissenschaft im Dienste der «Wahrheit»
Kampf gegen die Gesinnung

Das Thema ist die Gesinnung des Menschen, ist die Umprogrammierung des Denkens und Handelns und der Manipulation. Dominic Streatfeild, Autor des Buches „Gehirnwäsche. Die geheime Geschichte der Gedankenkontrolle“, beschreibt, wie die CIA bereits 1953 einen Kampf gegen Menschen geführt hat, deren Überzeugung als „antiamerikanisch“ bezeichnet wurde. „Wir können ihn in seiner neuen Form Hirnkrieg nennen“, sagte Allen Dulles, seinerzeitiger CIA-Direktor. Für diesen Krieg sollte erforscht werden, mit welcher chemischen Substanz das erklärte Ziel – die „Wahrheitsdroge“ - erreicht werden kann, d.h., Feinde zum Sprechen zu bringen. Streatfeild zeigt, wie die USA oder Großbritannien im Kampf gegen die IRA an der Verfeinerung des „Hirnkriegs“ arbeiteten. Zahlreiche Wissenschaftler, 80 verschiedene Institutionen der USA – darunter 44 Colleges und Unis -, 15 Forschungseinrichtungen und Privatfirmen waren an diesen „Forschungen“ beteiligt-
Dominic Streatfeild: „Gehirnwäsche. Die geheime Geschichte der Gedankenkontrolle, erscheint im Verlag Zweitausendeins, 454 Seiten, 24.90 Euro

(ND, 20.11.2008)

 

Atatürk: Deprimiert, einsam, verqualmt und RAKIsiert

Die allgegenwärtigen Denkmäler des Republik­gründers Mustafa Kemal Atatürk bröckeln. Er, der die Trennung von Staat und Religion einführte und der anfangs auch über eine Autonomie der Kurden nachgedacht hatte, starb vereinsamt und frustiert mit 58 Jahren an Leberzirrhose. Raki-Schnaps, drei Packungen Zigaretten pro Tag und Angst vor der Dunkelheit prägten seine letzten Lebensjahre. So wird er in dem viel besuchten Dokumentarfilm „Mustafa“ von Can Dündar gezeigt, der Zugang hatte zu geheimen Archiven des Militärs und des Präsidialamtes. Während Deniz Baykal, Chef der von Atatürk gegründeten „Republikanischen Volkspartei“, die Dokumentation als „unwahr“ bezeichnet und der Kolumnist der Zeitung „Vatan“ dazu aufruft, nicht in den Film zu gehen, erklärt der bekannte Kommentator Mehmet Ali, dass ihm „dieser Atatürk mit seinen Schwächen, Liebesaffären und Ängsten besser“ gefalle.

(Azadî/FR, 21.11.2008)

 

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