internationales
Mit Clowns gegen die Willkür der spanischen Zentralregierung
Die baskische Gefangenenhilfsorganisation Etxerat (bask.: nach Hause) hat eine Aktion zugunsten der 750 politischen Gefangenen gestartet. Anlass ist die Entscheidung des sozialdemokratischen Regierungschefs Felipe Gonzáles vor zwanzig Jahren, die baskischen Häftlinge landesweit auf alle Gefängnisse zu verteilen – eine eigentlich illegale Maßnahme, weil laut Gesetz jeder Häftling in einem Umkreis von 100 km um seinen Heimatort inhaftiert werden muss. Damit sollte ein Keil zwischen die baskische Gesellschaft und die ETA getrieben werden, was jedoch nicht gelungen ist. Erst im Januar dieses Jahres gingen 37 000 Menschen für die Rechte der politischen Gefangenen auf die Straße.
In der jüngsten Kampagne beschreiben die im Baskenland bekannten Clowns Pirritx und Porrotx in einem Videoclip die Situation der Häftlinge. Weil die rechte Tageszeitung ABC in einer Artikelserie hervorhob, dass sich hinter den beiden Clowns ehemalige linke Stadträte verbergen, forderten die Parlamentarier der postfranquistischen Volkspartei (PP) einen sofortigen Veranstaltungsboykott gegen die Künstler.
(Azadî/jw, 16.4.2009)