AZADI infodienst nr. 85
januar 2010


 

internationales

 

… und Internes:
In Wiesbaden entsteht US-Hauptquartier für weltweite Kriegseinsätze

Helmut Müller (CDU), Oberbürgermeister von Wiesbaden, Colonel Jeffrey W. Dill und Thomas Schäfer vom hessischen Finanzministerium griffen zum Baustart der Europazentrale der US-Armee in Erbenheim zu Schaufel und Helmen. Bis zum Jahre 2012 soll Wiesbaden „eine Schlüsselrolle einnehmen – auch als Einsatzzentrale für die Kampftruppen“, sagte der US-Kommandeur Jeffrey W. Dill. Mindestens 1000 Militärarbeitsplätze sollen entstehen rund 160 Millionen Euro für neue Führungs- und Kommandogebäude investiert werden. Neben dem Hauptquartier sind Gebäude für Unterstützungseinheiten geplant, die weitere 70 Millionen Euro verschlingen sollen. Außerdem wird seit zwei Monaten an einer neuen amerikanischen Wohnsiedlung gebaut.
Für Oberbürgermeister Müller ist die Präsenz des US-Militärs ein Anknüpfungspunkt an die Geschichte der Amerikaner in Wiesbaden, weil nach Kriegsende von Erbenheim aus die Einsätze der „Rosinenbomber“ nach Berlin koordiniert worden seien. Finanzstaatssekretär Schäfer würdigte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Amerikanern und dem Land Hessen. Beweis hierfür sei die Ansiedlung des Hauptquartiers.

(Azadî/FR, 20.1.2010)

 

Mehr US-Militärgerät nach Israel

Zur Umsetzung eines im Dezember 2009 geschlossenen Vertrages, wird die US-Armee künftig Militärausrüstung im Wert von 800 Millionen Dollar in Israel stationieren; bislang lag die Obergrenze bei 400 Millionen. Nach Angaben aus Militärkreisen in Washington kann das Militärgerät auch von Israel genutzt werden. Es handelt sich um Panzer, Raketen, Munition und andere Ausrüstung für mögliche Operationen.

(Azadî/ND, 13.1.2010)

 

Folgenschwere Kriegseinsätze
Zunahme von Suiziden unter Soldaten

Dramatisch zugenommen hat in den USA die Zahl der Selbsttötungen unter ehemaligen Soldaten, insbesondere von Heimkehrern aus dem Irak und Afghanistan. Das Ministerium für Kriegsveteranen (VA) spricht von einem Anstieg um 26 Prozent für den Zeitraum 2005 bis 2007. Ein Fünftel der jährlich 30 000 Selbstmorde in den USA werde von Kriegsveteranen begangen als Folge auf die Kriegseinsätze – wie Experten den Anstieg der Suizide begründen. Aus einer Studie der Denkfabrik „Rand Corporation“ geht hervor, dass rund 20 Prozent aller Heimkehrer wegen posttraumatischer Belastungsstörungen behandelt werden müssten. Auch Armeeangehörige an den Fronten halten dem Druck nicht mehr stand. So töteten sich 147 aktive Soldaten von Januar bis November 2009, 20 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Suizide unter Reservisten erhöhten sich von 50 auf 71. Präsident Barack Obama hat angekündigt, das Budget des Veteranenministeriums in den kommenden fünf Jahren um 25 Milliarden Dollar aufzustocken.

(Azadî/jw, 16.1.2010)

 

 

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