AZADI infodienst nr. 87
märz 2010


 

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Zentrum für Türkeistudien mit neuem Leiter

Der neue Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung in Essen ist der 45-jährige Professor und u. a. Experte für Jugendgewalt, Haci-Halil Uslucan. Befragt von der FR nach seinen Schwerpunkten seiner künftigen Arbeit, erklärte er: „Ich möchte deutlich stärker auf aktuelle Integrationsprobleme aufmerksam machen, allerdings nicht nur bei den türkischen Migranten, sondern generell bei Zuwanderern.“ Er wolle seine Stelle als „Scharnier zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit“ sehen. Im Augenblick sei für ihn das drängendste Problem die „enorm hohe Arbeitslosigkeit unter Migranten, aber auch die ungleichen Bildungschancen.“ Auf die Frage, ob es zwischen Gewaltbereitschaft und Migrationserfahrung einen Zusammenhang gebe, meinte Uslucan, dass Ausgrenzungserfahrungen und eine damit erlittene Zurückweisung zu Gewalt animieren könne, gleichgültig, ob es sich um türkischstämmige Jugendliche oder Kinder von russischen Aussiedlern handele.
Haci-Halil Uslucan ist der Nachfolger des vor eineinhalb Jahren zurückgetretenen Zentrumsleiters Faruk Sen. Er war seinerzeit in massive Kritik geraten, weil er die Türken als „die neuen Juden Europas“ bezeichnet hatte.

(Azadî/FR, 20./21.3.2010)

 

 

 

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