AZADI infodienst nr. 90
juni 2010


 

aktion

 

Erinnerung an Halim Dener

Am 29. Juni führte das Solidaritäts-Bündnis in Hannover eine Veranstaltung zum Gedenken an Halim Dener durch.
Der damals 16-jährige kurdische Jugendliche war am 1. Juli 1994 in Hannover von einem SEK-Beamten aus nächster Nähe in den Rücken geschossen, weil er Plakate für die unter das PKK-Betätigungsverbot von 1993 fallende “Nationale Befreiungsfront Kurdistans” (ERNK) aufgehängt hatte. Mit dem Plakat sollte auf den völkerrechtswidrigen Krieg der Türkei gegen das kurdische Volk aufmerksam gemacht werden.
Laut Polizeiversion sei der Schuss “versehentlich” gelöst worden, als der schon festgenommene Halim Dener zu fliehen versucht habe. Am 8. Mai 1996 begann der Prozess gegen den Todesschützen vor dem Landgericht Hannover, platzt aber wegen schwerer Formfehler. Am 29. Mai wurde der Prozess fortgesetzt und endete am 27. Juni mit einem Freispruch des SEKlers.
Mit der Aussage, “Schluss” zu machen mit den “systematischen Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Kurd_innen in Deutschland” und dem Aufruf “Wir rufen alle Freunde und Vertreter der Menschlichkeit und der Demokratie zur Solidarität auf, um ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass wir gegen jegliche Ausbeutung und Verachtung der Menschenrechte sind” endet die Ankündigung des Bündnisses zur Gedenkveranstaltung.

 

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