kurdistan
Guerilla der PKK verlängert Waffenruhe
Dennoch massive Angriffe durch türkisches Militär
Der einseitige Waffenstillstand, der vom Vorstand des KONGRA-GEL und dem Exekutivrat der KCK (Gemeinschaft der Kurdischen Gesellschaften) am 13. August erklärt worden war und bis zum 20. September gelten sollte, wurde um mindestens eine Woche verlängert.
In der „Ruhezeit“ hat die türkische Armee 28 Militäroperationen durchgeführt, bei denen 19 Guerillakämpfer getötet wurden; darüber hinaus kam es zur Festnahme von 554 Personen. Mindestens neun Zivilpersonen starben und in zehn verschiedenen Regionen sind Wälder vom Militär in Brand gesetzt worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Firat sind allein im Juli und August 33 Waldbrände gelegt worden, wobei die Zahl vermutlich höher liegt.
(Azadî/ANF/Kurdish-info, 20.9.2010)
Schulbeginn ohne Schüler_innen
Streik für kurdische Muttersprache
Zu Schulbeginn blieben in zahlreichen Städten der kurdischen Provinzen der Türkei die Klassenzimmer leer. Unterstützt von der prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie (BDP) und der Lehrergewerkschaft Egitim Sen hat die „kurdische Sprachbewegung“ für das Recht auf muttersprachlichen Unterricht am 20. September einen einwöchigen Schulboykott begonnen. Bisher ist das Erlernen und Anwenden der kurdischen Sprache nur an privaten und Sprachschulen erlaubt, an staatlichen Schulen hingegen muss der Unterricht in Türkisch erfolgen. In einigen Städten beteiligten sich auch Lehrer an dem Schüler_innenstreik. Den Eltern wird mit rechtlichen Schritten gedroht und dem Entzug der „grünen Karte“ zur Krankenversicherung. Der Boykott richtet sich auch allgemein gegen das Schulsystem mit dem morgendlichen Fahneneid „Ich bin Türke, ich bin aufrichtig und fleißig“.
(Azadî/ANF/DIHA/Kurdish-info, 22.9.2010)