Deutschland Spezial
FDP-Stiftung trägt Namen eines NS-Wegbereiters
Die FDP-Stiftung heißt Friedrich Naumann und trägt so den Namen eines Wegbereiters des Nationalsozialismus. Er gehöre in die Gilde der politisierenden Pastoren und habe 1897 das Manifest National-sozialer Katechismus veröffentlicht, einer Abfolge von 268 Fragen, schreibt Götz Aly in seiner Kolumne in der Frankfurter Rundschau. Auf die Frage nach dem Nationalen sei dort zu lesen: „Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen.“ Ob die Sozialreform in Deutschland gute Aussichten habe: „Ja, sobald sie in Zusammenhang mit der Machterweiterung des deutschen Volkes betrieben wird.“ (zu finden: www.archive.org/details/nationalsozialer00naum)
Götz Aly schreibt weiter: „Hitler hatte große Passagen seines außenpolitischen Programms bei diesem [Naumann] abgeschrieben, und wer Naumann liest, begreift, warum die fünf liberalen Abgeordneten des Reichstags, darunter Theodor Heuss [der spätere Bundespräsident] und Ernst Lemmer, am 24. März 1933 Hitlers Ermächtigungsgesetz zustimmten.“ Die Begründung: „Wir fühlen uns in den großen nationalen Zielen durchaus mit der Auffassung verbunden, wie sie heute vom Herrn Reichskanzler hier vorgetragen wurde.“
(Azadî/FR, 25.1.2011)