AZADI infodienst nr. 97
januar 2011


 

neu erschienen

 

„Empört Euch!“
Streitschrift sorgt für Aufregung und Veranstaltungsverbot

Seit sie im Oktober in Frankreich erschien, sorgt eine 14-seitige und bereits 600 000 mal für drei Euro verkaufte Streitschrift mit dem Titel „Empört Euch„ für große Aufregung. Verfasst wurde sie von dem 1917 in Berlin geborenen Stéphane Hessel, dessen Eltern (jüdischer Vater und protestantische Mutter) sich bereits 1924 entschieden hatten, nach Frankreich umzusiedeln. Dort war Stéphane aktiv im Widerstand gegen den Faschismus, wurde von deutschen Schergen festgenommen und nach Buchenwald verbracht, wo er nur knapp dem Tod entging. Für Hessel ist Empörung eine Pflicht, wenn in der Politik Gerechtigkeit und Menschlichkeit auf der Strecke bleiben. Zwar sei der Nazismus besiegt, doch „die Bedrohung ist nicht vergangen, und unser Zorn gegen jede Ungerechtigkeit“ bleibe „intakt“. Ein solches Gedankengut scheint für den Staat derart gefährlich, dass sich die französische Regierung in die Debatte um die Streitschrift eingemischt. So wurde – berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung – eine geplante Veranstaltung mit Stéphane Hessel in der Pariser École Normale Supérieur verboten. Begründet wurde die Entscheidung des Ministeriums für Hochschulen und Forschung mit der Sorge vor möglichen Ausschreitungen. Der konservative Philosoph und frühere Bildungsminister Luc Ferry nannte es „gefährlich“, wie Hessel mit Emotionen Politik mache.

(Azadî/jw, 18.,19.1.2011)

 

Sie sind dann mal weg – PolizistInnen im Auslandseinsatz

Schwerpunktthema der Cilip-Ausgabe 96, Nr. 2/2010 sind „Grenzüberschreitungen – Polizei unterwegs“. „Unterwegs“ meint deren inzwischen zur Normalität gewordener grenzüberschreitender Einsatz im Ausland. Heiner Buschs Artikel ist der Auftakt zu sieben weiteren Beiträgen von Autoren, die sich mit dem BKA als Weltpolizist, der Polizeihilfe als Teil einer militarisierten Außenpolitik, der Durchführung von EU-Polizeitraining in Lehnin, der polizeilichen Vorverlagerungsstrategie unter Einsatz von VerbindungsbeamtInnen, dem Polizeiaufbau in Afghanistan, polizeilichen Todesschüssen 2009, einem Bericht über den Todesschuss-Prozess in Neuruppin und über Gewalt gegen PolizistInnen befassen.
Im Anschluss finden sich aktuelle Meldungen aus dem Inland und aus Europa, eine Chronologie der Ereignisse des Jahres 2010 sowie eine Literaturliste zum Schwerpunkt dieses Heftes.

Es ist zu beziehen unter
Verlag CILIP c/o FU Berlin, Malteserstr. 74-100, 12249 Berlin;
Tel. 030-838-70462; E-Mail: vertrieb@cilip.de
Einzelpreis Personen: 8,– €; Jahresabo (3 Hefte): 21,– €;
Einzelpreis Institutionen: 12,– €; Jahresabo: 36,– €

 

 

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