AZADI infodienst nr. 99
märz 2011


 

zur Sache: tÜrkei

 

Türkische Kartelle auf Platz 2 der organisierten Kriminalität

Bezogen auf den Anteil an der Organisierten Kriminalität (OK) in Deutschland belegen hinter deutschen Tätern die Angehörigen türkischer OK-Gruppen den zweiten Platz. Türkische Kartelle machen europaweit vornehmlich mit Drogenhandel – insbesondere Heroin – einen Jahresumsatz von rund 30 Milliarden Euro. Geldwäsche erfolgt überwiegend über Baufirmen und Banken; außerdem wird in den legalen Wirtschaftskreislauf investiert.

(FR/Azadî, 10.3.2011)

 

Staudamm-Bau in der Türkei eine „gigantische Naturzerstörung“

Am Internationalen Aktionstag gegen Staudämme am 14. März, wurde ein neuer Bericht von Organisationen aus Deutschland und der Türkei beim UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte in Genf eingereicht. Heike Drillich, Koordinatorin von GegenStrömung und Autorin des Berichts erklärte u.a., dass die „Auswirkungen der türkischen Staudämme erstmalig unter einem strikten Menschenrechtsgesichtspunkt analysiert werden.“ Die Gruppen der Studie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Türkei gegen zahlreiche Rechte wie diejenigen auf Nahrung, Wasser, Wohnen und Gesundheit verstößt. Diese plane „in den nächsten Jahren den Bau von circa 2 000 Staudämmen und Wasserkraftwerken, ohne deren Auswirkungen auf nationaler Ebene zu untersuchen“, erklärt Engin Yilmaz, Direktor des türkischen Naturschutzvereins Doga Dernegi. „Die Umsetzung dieser Pläne würde nicht nur eine Naturzerstörung gigantischen Ausmaßes bedeuten, sondern würde auch die Rechte von bis zu zwei Millionen Menschen massiv verletzen.“ Ercan Ayboga, internationaler Sprecher der Initiative zur Rettung von Hasankeyf: „Alle bisher gebauten Staudämme zeigen das gleiche Muster: die betroffenen Menschen erhalten fast keine Mitsprachemöglichkeiten, die gezahlten Entschädigungen reichen bei weitem nicht, um ein neues Leben aufzubauen und neue Einkommensmöglichkeiten werden nicht geschaffen. Dies stellt eklatante Verletzungen des Sozialpakts dar und wir hoffen, dass der UN-Ausschuss der türkischen Regierung unmissverständlich klarmachen wird, dass dies inakzeptabel ist.“ Voraussichtlich wird der Ausschuss im Mai hierüber entscheiden.

(aus der Erklärung von GegenStrömung v. 15.3.2011
www.gegenstroemung.org)

 

 

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