Pressemitteilung Nr. 1

Die Ereignisse in der Türkei nach der Verhaftung von Abdullah Öcalan

Istanbul: In mehreren Stadtteilen von Istanbul haben am 21.2.1999 Proteste
stattgefunden.
Gegen 19.45 Uhr haben sich 150 Kurden in Gazi Machallesi'inde Ismet Pasa
Caddesi getroffen und stellten Barrikaden an mehreren Punkten auf, um gegen die
Entführung von A. Öcalan zu protestieren.
Das Militär und die Polizei haben daraufhin im Bezirk Gazi Machalle den
Ausnahmezustand erklärt.
· Alle öffentlichen Verkehrsverbindungen zu diesem Stadttteil wurden
abgebrochen.
· Alle Menschen, die in diesen Stadtteil hinein - oder hinausgehen wollten,
wurden fünfmal kontrolliert.
· Spezialeinheiten der Polizei griffen wahllos Jugendliche auf, es gab bisher
500 Festnahmen.
Es finden laufend Hausdruchsuchungen statt.
Auch in Ümraniye (Stadtteil von Istanbul) wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.
Die Proteste der Kurden dauern an. Es gab Festnahmen, die Zahl ist allerdings
noch nicht bekannt.
Es wurde beobachtet, daß Sicherheitskräfte Kurden aus ihren Autos zerrten und
verprügelten.
Alle Hadep-Büros und die Parteizentrale in Istanbul wurden von der Polizei
gestürmt.
Insgesamt wurden in Istanbul 500 Leute festgenommen (nur Hadepmitglieder).
Die Bibliothek der Parteizentrale wurde zerstört. Das Gebäude ist immer noch
besetzt.
(Özgür Politika (Ö.P.), 22.2., S. 4)

Mardin: Am 19. Februar wurde die Parteizentrale der Hadep gestürmt. Der
Landesvorstand der Partei, ein Vorstandsmitglied, der Hauptsekretär und sieben
Mitglieder wurden festgenommen. Später wurde die Wohnung eines
Vorstandsmitglieds durchsucht, der dann auch dort verhaftet wurde.
(Ö.P., 22.2. S. 4)
Kiziltepe (Kreis Mardin) Am 20. Februar wurde die Parteizentrale der Hadep
gestürmt. Der gesamte Parteivorstand und der Hauptsekretär wurden festgenommen.
(Ö.P., 22.2. S. 4)

Elazig: Am 22.2.1999 wurde die Hauptzentrale der Hadep von Soldaten des
türkischen Militärs gestürmt. 10 Vorstandsmitglieder wurden verhaftet. Zur Zeit
sind die Parteizentralen der Hadep in Urfa, Bingöl und Malatya von der Polizei
umstellt. (Ö.P., 23.2., S. 4)

Mersin: Am 22. Februar wurde die Hauptzentrale der Hadep-Partei und die
dazugehörigen Parteibüros im Landkreis gestürmt. Insgesamt wurden 20 Personen
festgenommen. (Ö.P., 23.2., S. 4)

Cay Mah (Mersin): Der Stadtteil wurde am 22.2. abgeriegelt. Spezialeinheiten
haben die Häuser durchsucht und 40 Menschen festgenommen. Die
Satellitenantennen an den Häusern wurden zerstört. In der Nacht wurde in diesem
Stadtteil der Ausnahmezustand verhängt.
Spezialeinheiten wurden in den Schulen und Ambulanzen stationiert.
Die Polizei hat aus dem Gebäude heraus türkische Flaggen aufgehängt. Wichtige
Parteiunterlagen wurden vernichtet. Frauen, die sich zu dieser Zeit im Gebäude
aufhielten, wurden von den Polizisten sexuell belästigt. (Ö.P. 23.2., S. 4)

Mersin: 300 Kurden haben im Stadtteil Selem am 22.2. demonstriert. Am Ende der
Kundgebung haben Polizisten die Demonstranten angegriffen, 15 Personen wurden
festgenommen. (Ö.P., 23.2., S. 4)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Informationen wurden aus unten aufgeführten Zeitungen zusammengestellt. Die
Zahlen hinter den Zeitungsnamen und Erscheinungsdaten geben die Seiten an, auf
denen die Artikel standen.
Auf Wunsch können wir Ihnen die Belegausschnitte aus den Zeitungen per Kopie
zur Verfügung stellen.
Nicht direkt gekennzeichnete Artikel stammen aus Mitteilungen, die wir
ebenfalls auf Wunsch zur Verfügung stellen können.
(Ö.P = Özgür Politika)