Pressemitteilung Nr. 4    (27.2.1999)

Das Dokomentationscenter der tuerkischen Menschenrechtsvereine veroeffentlichte am 25.2.1999 nachstehende Informationen:
3369 Menschen wurden in der Zeit vom 16.-24. Februar nachdem Abdullah Oecalan in die Tuerkei gebracht wurde, inhaftiert. Zahlen der Inhaftierten in den einzelnen Staedten:
Diyarbakir 1196 ; Adana 190; Malatya 4; Iskenderum 10; Mardin 36; Elazig 18;  Aydin 68; Kayseri 6; Izmir 138; Van 101; Mersin 62; Urfa 188;
Gaziantep 80; Istanbul 959; Batman 313
Waehrend der Demonstrationen vom 16.-24. Februar wurden 49 Zivilisten, 11 Polizisten, 1 Dorfschuetzer verwundet, 2 Zivilisten und 1 Dorfschuetzer verloren ihr Leben. 12 Gefangene in unterschiedlichen Gefaengnissen setzten sich in Brand. Ein Gefangener starb. Die Festnahmen in Diyarbakir richteten sich besonders gegen Mitglieder der Gesundheitsgewerkschaft, der Lehrergewerkschaft, der Gewerkschaft der Arbeitnehmer im Transportwesen, der Kammer der zivilen Ingenieure, der Gewerkschaft der Angestellten im Energiebereich, Strassenbau- und Unterhaltung, der Gewerkschaft der Arbeitnehmer im Wasser-, Gas- und Elektrizitaetsservice, der Gewerkschaft der oeffentlich Bediensteten im Wasser-, Gas- und Elektrizitaetsservice, der Kammer der Maschinenbauingenieure, der Gewerkschaft der Arbeitnehmer in der Verteidigungsindustrie und der HADEP. In anderen Staedten richteten sich die Verhaftungswellen hauptsaechlich gegen HADEP-Mitglieder und ihre Vertreter. Die Menschenrechtsorganisationen betrachten diese Massnahmen als willkuerliche Praktiken. Wir halten die Festnahmen gegen Mitglieder dieser Partei fuer rechtswidrig, weil die Festnahmen das Recht auf  individuelle Freiheit und Sicherheit verletzen und es keinen konkreten Beweis dafuer gibt, die Anlass sind, sie ihrer Freiheit zu berauben. Wir fordern fuer diese Tausende von Leuten die sofortige die Freilassung, oder sie vor einen Richter in Uebereinstimmung mit der Menschenrechtskonvention Artikel 5/3 zu bringen.
Huesnue Oenduel
Generalsekretaer