Pressemitteilung Nr. 5
(2.3.1999)
Van: In den Stadtteilen von Van, Xacort, Akkaprü und Halilaga fanden am 26.2.1999 Protestaktionen statt. Im Stadtteil Xacort haben sich 2000 Menschen zusammengefunden um gegen die Inhaftierung von Abdullah Öcalan zu protestieren. Häuser im Stadtteil Hacibekir wurden in der Nacht zu Freitag von Polizisten und Spezialeinheiten gestürmt. Dabei wurden Semsettin Askan, Isa Askan, Bahattin Askan, Nasreddin Abi, Hasan Abi, Harbin Bisrak und Ekrem Bor festgenommen. (Ö.P. 27.2.)
Diyarbakir: In der Kreisstadt Baglar hat eine Gruppe von 250
Menschen eine Protestaktion durchgeführt.
Aus verschiedenen Dörfern der Stadt Khoy (Yoy) aus Ost-Kurdistan
sind 3000 Menschen in Richtung Nord-Kurdistan marschiert. (Ö.P. 27.2.)
Adana: Nach der Schließung der Läden in Diyarbakir und Batman haben kurdische Geschäftsleute in Adana ihre Läden geschlossen. Die Polizei hat unter Gewaltandrohung erreicht, daß einige Geschäfte wieder geöffnet werden mußten. 50% der Geschäfte hatten sich an der Aktion beteiligt. (Ö.P. 27.2.)
Adana: In dem hauptsächlich von Kurden bewohntem Stadtteil
(Ceyhan) herrscht der Ausnahmezustand. Der Stadtteil wurde von der Polizei
abgeriegelt, die versucht, die dortigen Proteste unter Kontrolle zu bekommen.
Es werden dort immer mehr Einheiten der Polizei und des Militärs stationiert.
(Ö.P. 28.2., 2.3.)
Die Proteste der Jugendlichen dauern an; 200 blockierten eine Straße,
zündeten u.a. Reifenstapel an und forderten die Freilassung von A.
Öcalan. Die Blockade wurde durch Elitetruppen der Polizei aufgelöst.
Spezialeinheiten hielten 7-8jährige Kinder über das Feuer, um
den Jugendlichen zu drohen. (Ö.P. 28.2., 2.3.)
Um 20.00 Uhr protestierten wiederum Jugendliche für die Freilassung
von A. Öcalan. Nach einer halben Stunde wurde die Versammlung
von Spezialeinheiten aufgelöst, die mit Panzern auf die Menge zufuhr.
Danach wurden umfangreiche Durchsuchungen von Wohnungen vorgenommen, den
Bewohnern wurde angedroht, falls sie ihre Jugendlichen nicht von weiteren
Protesten abhielten, würden sie vertrieben werden. (Ö.P. 28.2.,
2.3.)
Antalya: Die Polizei fuhr mit Panzern in den hauptsächlich von Kurden bewohnten Stadtteilen auf und führte Hausdurchsuchungen durch. Mehrere Ausweiskontrollen finden täglich statt. Bei den Hausdurchsuchungen wurden 11 HADEP-Vorstandsmitglieder verhaftet, davon befinden sich 9 in Untersuchungshaft. (Musa A Aydin Ö, Besler T., Mehmet C., Ali A., Ayhan T, Cevzet T., Bükrü M., Rogla A.) (28.2., 2.3. Ö.P.)
Urfa: Von den 53 in der letzten Woche verhafteten HADEP-Mitglieder befinden sich 6 weiterhin in Untersuchungshaft. (28.2., 2.3., Ö.P.)
Izmir: Das Gebäude des Mesopotamischen Kulturvereins ist seit einer Woche von der Polizei abgeriegelt, die jeden daran hindert, das Gebäude zu verlassen, oder zu betreten. 10 in der letzten Woche verhaftete HADEP-Mitglieder werden vor dem Staatssicherheitsgericht angeklagt. (28.2. , 2.3., Ö.P.)
Istanbul: Proteste von Jugendlichen wurden von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Diese durchsuchten anschließend die Wohnungen der Jugendlichen und nahmen 20 von ihnen fest. (Ö.P. 28.2., 2.3.)
Istanbul: Das Gebäude des Flüchtlingsvereins GÖC-DER wurde von der Zivilpolizei gestürmt und durchsucht. Die Unterlagen des Vereins wurden beschlagnahmt und für Flüchtlinge gesammelte Medikamente des Vereins wurden ebenfalls beschlagnahmt. Auch das Gebäude der Zeitschrift Özgür Halk (freies Volk) wurde von der Polizei gestürmt und durchsucht. Das gesamte Archiv wurde durchwühlt, Computer wurden beschädigt. (Ö.P. 28.2., 2.3.) Istanbul: Eine Delegation des Anti-Folter-Komitees des Europarats hat sich am Montag im Zusammenhang mit der Festnahme des PKK-Führers Abdullah Öcalan in Istanbul aufgehalten. Dies bestätigten der Europarat in Straßburg und türkische Regierungskreise in Ankara. Ob die Delegation - drei Experten und mehrere Übersetzer - die Gelegenheit erhalten, Öcalan in dem Gefängnis auf der Insel Imrali im Marmara-Meer bei Istanbul zu besuchen, war zunächst unklar. (Auszug a.d. FR 2.3.)
Ankara: Die Polizei hat bei diversen Hausdurchsuchungen 12 Menschen festgenommen, darunter HADEP-Mitglieder. (Ö.P. 28.2., 2.3.)
Batman: Bei den täglich stattfindenden Protestaktionen finden
eine Flut von Festnahmen statt, die sich täglich, bis in die Nacht
hinein fortsetzt. Häuser werden willkürlich abgeriegelt, die
Menschen darin verhaftet. (Ö.P., 28.2.,2.3., )
Wegen Verletzung der Pressefreiheit, der Verfolgung von Autoren und
Gewerkschaftern, sowie mutmaßlicher Folter an Kurden muß sich
die Türkei seit Montag vor dem Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte in Straßburg verantworten. Den Richtern liegen zwölf
Beschwerden gegen Ankara vor, die im Zusammenhang mit dem Kurdenkonflikt
stehen. (Auszug a.d. FR 2.3.)
Die Informationen wurden aus unten aufgeführten Zeitungen zusammengestellt.
Die Zahlen hinter den Zeitungsnamen und Erscheinungsdaten geben die Seiten
an, auf denen die Artikel standen.
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per Kopie zur Verfügung stellen.
Nicht direkt gekennzeichnete Artikel stammen aus Mitteilungen, die
wir ebenfalls auf Wunsch zur Verfügung stellen können. (Ö.P
= Özgür Politika)