Pressemitteilung Nr. 12
(15.3.1999)
Adana: Eine erlaubte Wahlveranstaltung der HADEP wurde durch das Militär
angegriffen. Die Vorstandsmitglieder, Ilyas Sezer und Tazit Toprak, wurden
von der Polizei festgenommen und in Untersuchungshaft verbracht.
In dem Ort Seyhan wurden nach Hausdurchsuchungen die HADEP-Mitglieder
Eyüp Pacal, Salih Ergül, Naci Gültekin, Yusuf Aksüyet,
Mehmet Tunc, festgenommen. Sie wurden schwer gefoltert. (13.3. Ö.P.)
Tarsus: 6 Jugendliche, Karim Tomak, Efrail Kizilyamac, Mehmet Tatas,
Serdar Beyazit, Mahmut Yobas, Ömer Bulur) wurden wegen der Aufführung
eines Theaterstückes zum Internationalen Frauentag festgenommen. Sie
gehören der Jugendkommission der HADEP an. (13.3. Ö.P.)
Istanbul: Die Zeitung“Alintari“ wurde wegen neun Artikel, die sich mit
dem Kurdenproblem befaßten, von der Polizei beschlagnahmt (Ö.P.
13.3.)
Tarsus: Gönül Kizmaz, die am 6. März durch die Polizei
festgenommen wurde, befindet sich im Gefängnis von Antep. Ihre Verhaftung
wurde erst nach Intervention und Nachfragen durch Anwälte, des IHD,
etc. bestätigt. (13.3.
Ö.P.)
Istanbul: Der verhängte Ausnahmezustand in dem Stadtteil Gazi
geht weiter. Am 12.3. wurden bei Demonstrationen Ümüt Nurcan,
Aslan und Sengül Derin, von „YÖN FM“ Eylem Tepe, von der „Grup
Munzur“ Zeynep Hayir, sowie Dursun Güngör, Özkan Kaygili
und Ergün Elebas, festgenommen. (Ö.P. 13.3.)
Urfa: Am 11. März haben Einheiten des Militärs das Dorf Altin
Basak überfallen. Die Dorfbewohner wurden auf dem Marktplatz zusammengetrieben
und es wurde gedroht, daß sie mit Konsequenzen zu rechnen hätten,
wenn sie am 18. April die HADEP wählen würden. Anschließend
nahm das Militär bei Hausdurchsuchungen Mehmet Albayrak, Eyüp
Bayrak fest. Die Wohnungen wurden total verwüstet. (Ö.P. 13.3.)
Antalya: In der Kunsthochschule wurde die Arbeiterin Filiz Kaleri als PKK-Sympathisantin
festgenommen. (13.3.
Ö.P.)
Aydin: Aus den Dörfern Germencik, Ortaklar, Nesetriye, wurden
folgende Personen festgenommen: Mehmet K., Besir S., Orhan D., M. Zeki
G., Esat Y., Hüseyin E., Ebedin U., Sirin G. Ihnen wird vorgeworfen,
daß sie am 19.2. in eine Schule ein Molotowcocktail geworfen
haben. (Ö.P. 14.3.) Bolu: 4 Studenten der Bolu-Universität wurden
wegen Mitgliedschaft in einer Untergrundorganisation festgenommen (Ö.P.
14.3.)
Batman: Die Besitzer von Geschäften und Cafes in Batman wurden
von der Zentralkommandantur des Militärs aufgefordert, keine Versammlungsräume
der HADEP für die Parlamentswahl am 18.4.1999 zu vermitteln.
Agri-Diyadin: Am 12.3. haben Dorfschützer- und Militäreinheiten
mehrere Dörfer überfallen, die Bewohner und Bewohnerinnen bedroht,
daß, wenn sie bei den Kommunal- und Parlamentswahlen die HADEP wählen
würden, sie mit Konsequenzen rechnen müßten. Ein Mensch
wurde verhaftet, der Name konnte nicht festgestellt werden. (12.3.
Ö.P.)
Batman: Die Zufahrtstraßen nach Batman wurden von Spezialeinheiten
total abesperrt. Die Besitzer der an diesen Straßen liegenden Geschäfte
wurden aufgefordert, ihre Geschäfte zu schließen. Geschäftsleute
wurden verprügelt, dabei wurden Osman, Cemal, Ihsan, Azmi und Salih
Aketag verletzt. (Ö.P. 15.3.) Bei Flugzeugangriffen des Militärs
in Batman-Sosan wurden 2 Kinder und 15 Jugendliche durch Bomben getötet.
Nach der Bombardierung versuchte Angehörige der Getöteten
ihre Toten mitzunehmen. Dies wurde ihnen nicht erlaubt. Um die Toten legte
das Militär Minen. Auch bei dem Versuch über den Gouverneur die
Herausgabe der Toten zu erreichen, schlug fehl. (Ö.P. 15.3.)
Ankara: Die Wohnungen von Studenten der Hacettepe-Universität
und von HADEP-Mitgliedern wurden durchsucht. Dabei wurden Murat Izra, Ercan
Yildirim, Hadep Sincan, Akif Özcatuk, Metin Kemad, Ayfer Kosak, Filiz
Sunay, Dilek Gürses, Düretane Gröngör und der Student
Mehmet Apayetin, Fevzi Mehnas, Ferhan und Serhat festgenommen. (15.3. Ö.).
Mardin: Bei einer Wahlveranstaltung der HADEP in Nusaybin wurden 70
HADEP-Mitglieder festgenommen.
(Ö.P. 15.3.)
Mardin: 40 HADEP-Mitglieder wurden in Mardin von der Polizei festgenommen,
als sie auf dem Weg zu einer Veranstaltung waren. (Ö.P. 15.3.)
Ankara - Der stellvertretende Präsident des türkischen Parlaments,
Kamer Genc, hat heute in Ankara die Istanbuler Polizei aufgefordert, „willkürliche“
Festnahmen von Studenten zu beenden. Der kurdischstämmige konservative
Politiker sagte in einer Sondersitzung des Parlaments, die Polizei gebe
bei ihrem Vorgehen keine Gründe an. Familienangehörige der Studenten
würden gar nicht oder verspätet informiert. Der Polizeipräsident
von Istanbul, Hasan Özdemir, sei aufgefordert, „dieses willkürliche
Vorgehen“ zu beenden.
Der aus der osttürkischen Provinz Tunceli stammende Politiker
forderte die Regierung in Ankara dazu auf, in seiner Heimatregion Bergweiden
früher als im Juli freizugeben. Die Sicherheitskräfte müßten
spätestens Ende April den Viehzüchtern den Aufstieg erlauben.
In Tunceli toben seit Jahren heftige Kämpfe zwischen den Sicherheitskräften
und Mitgliedern der verbotenen Separatistenorganisation PKK (Arbeiterpartei
Kurdistans). Diese kämpft seit 15 Jahren für einen unabhängigen
Kurden Staat auf türkischem Territorium. Dabei sind bislang mehr als
30 000 Menschen umgekommen. Tunceli gehört zu den Provinzen, in denen
die PKK von bewaffneten Mitgliedern anderer linksextremistischer Organisationen
unterstützt wird. (Siegener Zeitung, 13.3.1999)
Die Informationen wurden aus unten aufgeführten Zeitungen zusammengestellt.
Auf Wunsch können wir Ihnen die
Belegausschnitte aus den Zeitungen per Kopie zur Verfügung stellen.
Nicht
direkt gekennzeichnete Artikel stammen aus
Mitteilungen, die wir ebenfalls auf Wunsch zur Verfügung stellen
können. (Ö.P
= Özgür Politika, Evrensel, Hürriyet, TRT
(Türkisches Fernsehen)