Pressemitteilung Nr. 14
(19.3.1999)
Istanbul: 209 Studenten wurden von der Polizei festgenommen. Die Studenten wollten
mit einer Presseerklärung an das Massaker am 16.3.1978 (vor 21 Jahren)
erinnern, bei dem 7 Studenten ermordet und 41 verletzt wurden. Als die Studenten
sich versammelten, wurden sie von der Polizei mit Knüppeln und Schlägen
empfangen. Viele Studenten wurden auf offener Straße brutal zusammengeschlagen,
Journalisten, die das Geschehen fotografierten, wurden ebenso von der Polizei
verprügelt. Der Journalist von der „Zaman“, Ilhan Kaya wurde schwer verletzt.
(Ö.P 17.3.)
Istanbul: Celan Aslandogru, Redakteur der Zeitung Özgür Gelecek, wurde
am 16.3. bei der Herstellung der 140. Ausgabe verhaftet und in das Gefängnis
nach Umranye gebracht. (Özgür Gelecek, 17.3.)
Erzurum: Lehrer und Lehrerinnen, die die staatlichen Kleidungsvorschriften gegenüber
den Schülern nicht durchsetzen, wurden mit Entlassungen, Ermahnungen oder
Geldstrafen bestraft.
450 Lehrinnen bekamen Ermahnungen, bei
39 LehrerInnen wurden die Löhne als Geldstrafe verrechnet
2 Lehrer, die die Ermahnungen nicht akzeptierten, wurden sofort entlassen.
(18.3. Sabah)
Izmir: Die Büros der Zeitungen Alinteri, Halken Günlügü,
Kurtulus Octak, Kizilbayrak, Azadiye Welat, Özgür Halk, wurden von
der Polizei durchsucht. Beschlagnahmt wurden 4204 Zeitungen und Zeitschriften
sowie 3735 Flugschriften. (18.3. Sabah)
Izmir: Das Ekin-Kunstzentrum (Ekin Sanat Merkesi), das Evrensel Kulturzentrum
und das Mezopotamische Kulturzentrum wurden von der Polizei gestürmt und
sämtliche Unterlagen der Vereine mitgenommen. (Sabah 18.3.)
Sirnak: Einheiten des Militärs überfielen Dörfer und Kreisstädte
in der Provinz Sirnak, drohten der Bevölkerung mit Konsequenzen, wenn sie
bei den Kommunal- und Parlamentswahlen die HADEP wählen. Alle Parteien
haben inzwischen angst, eigene Wahlbeobachter zu benennen. Die Wahlbeobachter
werden somit von den Militärs ernannt. Vorher benannte Wahlbeobachter einzelner
Parteien wurden von den Militärs abgelehnt (Ö.P. 18.3.)
Bingöl: Auch in Bingöl schüchtert das Militär die Bevölkerung
mit Drohungen, wenn sie bei den Kommunal- und Parlamentswahlen die HADEP wählen,
ein. (Ö.P. 18.3.)
Diyarbakir: Das Militär hat von 15 Dörfern bei Diyarbakir die Bürgermeister
zu sich befohlen, und diesen gedroht, daß, wenn bei den Kommunal- und
Parlamentswahlen am 18.3. in ihren Dörfern die HADEP gewählt wird,
die Dörfer mit Konsequenzen zu rechnen hätten. (18.3. Ö.P.)
Van: Der amerikanische Konsul, Charles O. Blaha vom Konsulat in Adana, befindet
sich zur Zeit in Van. Unter anderem hat er ein Gespräch mit dem Kandidaten
der HADEP, Cevdet Armut, geführt. Er wollte sich einen Überblick über
die Situation in Kurdistan verschaffen. (Sabah, 18.3.)
Ankara: Die deutschen und englischen Botschafter wurden vom Außenministerium
der Türkei zu sich gerufen. Man legte ihnen nahe, sich bei ihren Regierungen
dafür einzusetzen, daß MED-TV, Özgür Politika und die DEM-Agentur
geschlossen werden. (18.3. Sabah)
Istanbul: Die Istanbuler Polizei hat die in Dersim von Soldaten erschossene
Güllü Celik, ohne die Familie zu informieren, in Ümraniye begraben.
(Evrensel, 19.3.)
Istanbul: Fuat Ünlü wurde am 18.3. von der Polizei auf offener Straße
erschossen. (Evrensel 19.3.)
Mardin: Der Gesundheitszustand der Gefangenen, die sich seit der Festnahme von
Abdullah Öcalan in einem Hungerstreik befinden, ist besorgniserregend.
3 Gefangene, Ahmet Tas, Zeki Kaya und Mecit Yalcin befinden sich in einer bedrohlichen
Situation, sie lehnten eine ärztliche Behandlung ab. (Evrensel 19.3.)
Istanbul: Mit einer Aktion, an der sich 12.000 Gefangene in den Gefängnissen
in der Türkei beteiligen, protestieren diese gegen ihre Verhandlungen vor
den Staatssicherheitsgerichten. An dieser Aktion beteiligen sich inzwischen
alle Organisationen. (Evrensel 19.3.)