Pressemitteilung Nr. 31
(4.5.1999)
 

Izmir: 60 Menschen wurden in Izmir mit der Begründung festgenommen für die Organisationen DHKCP, TIKKO, MKPL, TIKP, TDP, unerlaubte Plakate und Transparente für die 1. Mai-Veranstaltung aufgehängt zu haben. (Ö.P. 1.5.) Siiert: Die Gefangenen, die von Siiert nach Elazig umverteilt wurden, haben ihren Hungerstreik fortgesetzt. Zwei Gefangene, Mehmet Candemin und Yakup Soylu befinden sich zur Zeit im „Todesfasten“. Der Gesundheitszustand der Gefangenen hat sich stark verschlechtert. Der Vorsitzende des IHD-Elazig Cafer Demir hat versucht, Kontakt mit den Gefangenen aufzunehmen, was ihm von den Behörden nicht gestattet wurde.  Der IHD Elazig hat inzwischen mit amnesty international Kontakt aufgenommen. Auch die Anwaltskammer der Türkei hatte einen Antrag an das Justizministerium gestellt, der bis heute noch nicht beantwortet wurde. (Ö.P. 1.5.)
Denizli: 28 Menschen wurden in den Kleinstädten Acipayam und Tavas wegen angeblicher Mitgliedschaft in der DHKCP festgenommen. (1.5. Ö.P.) Istanbul: Am 1. Mai nahm die Polizei die Leserinnen und Leser Sevgi Kaplan, Beyhan Yücc, Mesut Ölmez, der Blätter „Revolutionär Arbeitskraft“ und „Die Einheit - Der Kampf“, fest. Die Polizei hat ihre Verhaftungen bis heute noch nicht bestätigt. (Ö.P. 3.5.)
Ankara: Zum 3. Mai „Tag der Freien Meinungsäußerung“ hat der Vorsitzende des türkischen Journalisten-Verbandes, Ismet Demirdögen erklärt, „daß in der Türkei hunderte Journalisten immer noch in Gefängnissen sitzen, viele müssen ihre Gefängnisstrafe noch antreten. Die, die sich in den Gefängnissen befinden, haben nur ihre freie Meinung geäußert. Freie Berichterstattung ist ein Bestandteil der Demokratie und muß vom Staat geschützt werden. Dabei werden nicht nur Journalisten bestraft, sondern auch die Bevölkerung, die dadurch von Informationen abgeschnitten wird. Kurz vor Beginn des 21. Jahrhunderts kann man in unserem Land nicht davon reden, ein Recht auf freie Meinungsäußerung zu haben, mit hunderten von Gesetzen wird verhindert, daß man seine Meinung äußern darf.“ (Ö.P. 3.5.)
Ankara: Sechs Anwälte des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan haben berichtet, sie seien von türkischen Polizisten mißhandelt worden. Nach Bekanntgabe des Prozeßtermins gegen Öcalan habe sie die Polizei am Freitag in einem Kleinbus vom Gerichtsgebäude weggefahren, sagte Anwalt Zeki Okcuoglu in Ankara, angeblich, um sie vor militanten Demonstranten zu schützen. Nach kurzer Fahrt habe der Wagen angehalten, dann hätten die Polizisten die Anwälte mit Knüppelschlägen und Fußtritten aus dem Fahrzeug getrieben. Einige der Anwälte zeigten Reportern Spuren der Schläge an den Armen und am Kopf. Beobachter der Menschenrechtsorganisation amnesty international bestätigten aus eigener Anschauung, daß die Juristen von uniformierten Polizisten geschlagen worden seien. Ein Sprecher der Polizei wies die Vorwürfe zurück. Die Anwälte erwägen nun, sich von dem Fall zurückzuziehen. Zuvor hatte das Staatssicherheitsgericht in Ankara beschlossen, der Hochverratsprozeß gegen Öcalan solle am 31. Mai auf der Gefängnisinsel Imrali beginnen. Ausländern werde der Zugang zum Gerichtssaal nur gestattet, sofern sie den Prozeß nicht mit einem offiziellen Auftrag beobachten wollten. Alles andere würde „einen Schatten auf die unabhängige türkische Justiz werfen“, hieß es zur Begründung. Der Vertreter von amnesty international, US-Anwalt Wesley Gryk, äußerte die Befürchtung, daß Öcalan nicht mit einem fairen Prozeß rechnen könne... (3.5. FR)
 

Die Informationen wurden aus unten aufgeführten Zeitungen zusammengestellt.  Auf Wunsch können wir Ihnen die Belegausschnitte aus den Zeitungen per Kopie zur Verfügung stellen. Nicht direkt gekennzeichnete Artikel stammen aus Mitteilungen, die wir ebenfalls auf Wunsch zur Verfügung stellen können. (Ö.P = Özgür Politika, Hürriyet, Cumhuriyet, Sabah, Initiative für Frieden in Kurdistan, Österreich)