Batman: In 80, zu Kozluk gehörenden Dörfern wurde der Strom
abgestellt. Nach Angaben des TEK (des Stromversorgungsunternehmens) wurden
sie gezwungen, zusammen mit Militäreinheiten in den Dörfern den
Strom abzustellen, in denen überwiegend die HADEP gewählt wurde.
(Ö.P. 6.5.)
Urfa: Der Vorsitzende der Gewerkschaft Landwirtschaft und Nahrung,
Süleyman Sili und der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung, Sehmus
Cakintas, die wegen gewerkschaftlicher Tätigkeiten in Haft genommen
waren, werden wegen einer Kampagne "Aufhebung der Haftzeit der Gewerkschafter
und gegen angekündigte Sparmaßnahmen des Staates", die sie ohne
angebliche Erlaubnis der Gefängnisleitung gestartet hatten, erneut
vor Gericht gestellt.Das Verfahren wird am 7. Juni in Urfa stattfinden.
Aus Urfa wurden bis jetzt 12 Gewerkschafter, Süleyman Sili, Yasemin
Minik, Mahmut Selcuk, Osman Bayrakiat, Ülhami Kücük, Mehmet
Seh Karakas, Müslim Ciftei, Bahatin Kilic, Hasan Cengiz, Öhsan
Avei, Deniz Barut und Mesut Özaydinli, wegen ihrer gewerkschaftlichen
Tätigkeit in andere Städte versetzt.
Igdir: 10 Häuser wurden auf Anordnung des zuständigen Bürgermeisters
dem Erdboden gleichgemacht. In dem Stadtteil,in denen die HADEP die Mehrheit
bekommen hatte, wurden die Häuser von dem MHP-Bürgermeister,
ohne die Menschen vorzuwarnen in Anwesenheit von Polizei und Militäreinheiten
zerstört. Einige Bewohner versuchten, sich gegen diese Maßnahmen
zu wehren und wurden daraufhin von der Polizei angegriffen, dabei erlitt
eine Frau schwere Verletzungen.
Die Bewohner bekamen bei der Zerstörung zu hören: "Die HADEP
soll euch retten". (Ö.P. 6.5.)
Diyarbakir: Der Wahlhelfer Medeni Alpkaya, der während der Wahl
am 18. April die Wahlkommission kritisiert hatte, wurde verhört und
dabei gefoltert. Medeni Alpkaya gehört der Gewerkschaft Erziehung
an. Er ist Rechtsberater der Gewerkschaft in Diyarbakir. Er wurde am 3.
Mai von 5 Polizisten, während er unterrichtete am Gymnasium festgenommen.
Er wurde bei der Polizei in einer Kabine zwei Stunden lang verhört
und gefoltert, mußte ein Dokument unterschreiben, bei dem er nicht
wußte, worum es sich handelte. Nach dem Verhör mußte Alpkaya
ins Krankenhaus, wo Ärzte ihm die Folter bestätigten. Alpaka
hat inzwischen eine Anzeige gegen die Polizei erstattet. (Ö.P. 7.5.)
Siirt: 2 Lehrer wurden mit der Begründung entlassen, daß
sie während der Wahl die HADEP unterstützt hätten. Die Lehrer
sagten aus, daß sie am Wahltag als Wahlhelfer gearbeitet hätten,
und keinen Menschen beinflußt haben. (Ö.P. 7.5.)
Van: Die zu Van-Gevas gehörenden Dörfer wurden von Militäreinheiten
überfallen. Sie verhörten die Dorfbewohner, um herauszufinden,
wer die HADEP gewählt hatte. Als das Militär die Wähler
nicht feststellen konnte, wurden die Dorfbewohner bedroht, daß ihre
Dörfer zerstört würden. Auch der Bürgermeister von
Özalp, Emin Senkal, wurde bedroht, weil er angeblich mit der HADEP
zusammengearbeitet hätte. (Ö.P. 7.5.)
Malatya: Als 44 Frauen an der Inönü Universität gegen
das Bekleidungsgesetz protestierten, wurden 28 Frauen festgenommen, sowie
192 Männer, die nach dem Freitagsgebet ebenfalls gegen das Bekleidungsgesetz
protestierten. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. (Ö.P. 7.5.)
Hakkari/Semdinli: An der iranischen Grenze wurden 7 Jugendliche von
türkischen Sicherheitskräften hingerichtet, die aus dem iranischen
Teil Kurdistans nach Semdinli kamen.
Der Vorfall passierte am 7. Mai. Als die Jugendlichen wegen des Verkaufs
von Öl in Semdinli waren, wurden sie von Dorfschützern angehalten,
die das Militär informierten. Das Militär trieb die Jugendlichen
auf den Platz, fesselten sie und sie wurden erschossen. Danach haben die
Soldaten die Köpfe der Jugendlichen abgetrennt. Augenzeugen berichteten,
daß die Soldaten so lange auf die Jugendlichen einschossen, bis sie
total zerfetzt waren. Der Jüngste war 13 Jahre, 6 von ihnen waren
Schüler. Bei der Beerdigung kamen 5.000 Menschen zusammen. (Ö.P.
10.5.)
Die Informationen wurden aus unten aufgeführten Zeitungen zusammengestellt.
Auf Wunsch können wir Ihnen die Belegausschnitte aus den Zeitungen
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Mitteilungen, die wir ebenfalls auf Wunsch zur Verfügung stellen
können. (Ö.P
= Özgür Politika, Sabah, Evrensel, Milliyet)