Pressemitteilung Nr. 34
(15.5.1999)

Batman: In 80, zu Kozluk gehörenden Dörfern wurde der Strom abgestellt. Nach Angaben des TEK (des Stromversorgungsunternehmens) wurden sie gezwungen, zusammen mit Militäreinheiten in den Dörfern den Strom abzustellen, in denen überwiegend die HADEP gewählt wurde. (Ö.P. 6.5.)
Urfa: Der Vorsitzende der Gewerkschaft Landwirtschaft und Nahrung, Süleyman Sili und der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung, Sehmus Cakintas, die wegen gewerkschaftlicher Tätigkeiten in Haft genommen waren, werden wegen einer Kampagne "Aufhebung der Haftzeit der Gewerkschafter und gegen angekündigte Sparmaßnahmen des Staates", die sie ohne angebliche Erlaubnis der Gefängnisleitung gestartet hatten, erneut vor Gericht gestellt.Das Verfahren wird am 7. Juni in Urfa stattfinden. Aus Urfa wurden bis jetzt 12 Gewerkschafter, Süleyman Sili, Yasemin Minik, Mahmut Selcuk, Osman Bayrakiat, Ülhami Kücük, Mehmet Seh Karakas, Müslim Ciftei, Bahatin Kilic, Hasan Cengiz, Öhsan Avei, Deniz Barut und Mesut Özaydinli, wegen ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit in andere Städte versetzt.
Igdir: 10 Häuser wurden auf Anordnung des zuständigen Bürgermeisters dem Erdboden gleichgemacht. In dem Stadtteil,in denen die HADEP die Mehrheit bekommen hatte, wurden die Häuser von dem MHP-Bürgermeister, ohne die Menschen vorzuwarnen in Anwesenheit von Polizei und Militäreinheiten zerstört. Einige Bewohner versuchten, sich gegen diese Maßnahmen zu wehren und wurden daraufhin von der Polizei angegriffen, dabei erlitt eine Frau schwere Verletzungen.
Die Bewohner bekamen bei der Zerstörung zu hören: "Die HADEP soll euch retten". (Ö.P. 6.5.)
Diyarbakir: Der Wahlhelfer Medeni Alpkaya, der während der Wahl am 18. April die Wahlkommission kritisiert hatte, wurde verhört und dabei gefoltert.  Medeni Alpkaya gehört der Gewerkschaft Erziehung an. Er ist Rechtsberater der Gewerkschaft in Diyarbakir. Er wurde am 3. Mai von 5 Polizisten, während er unterrichtete am Gymnasium festgenommen. Er wurde bei der Polizei in einer Kabine zwei Stunden lang verhört und gefoltert, mußte ein Dokument unterschreiben, bei dem er nicht wußte, worum es sich handelte. Nach dem Verhör mußte Alpkaya ins Krankenhaus, wo Ärzte ihm die Folter bestätigten.  Alpaka hat inzwischen eine Anzeige gegen die Polizei erstattet. (Ö.P. 7.5.)
Siirt: 2 Lehrer wurden mit der Begründung entlassen, daß sie während der Wahl die HADEP unterstützt hätten. Die Lehrer sagten aus, daß sie am Wahltag als Wahlhelfer gearbeitet hätten, und keinen Menschen beinflußt haben. (Ö.P. 7.5.)
Van: Die zu Van-Gevas gehörenden Dörfer wurden von Militäreinheiten überfallen. Sie verhörten die Dorfbewohner, um herauszufinden, wer die HADEP gewählt hatte. Als das Militär die Wähler nicht feststellen konnte, wurden die Dorfbewohner bedroht, daß ihre Dörfer zerstört würden. Auch der Bürgermeister von Özalp, Emin Senkal, wurde bedroht, weil er angeblich mit der HADEP zusammengearbeitet hätte. (Ö.P. 7.5.)
Malatya: Als 44 Frauen an der Inönü Universität gegen das Bekleidungsgesetz protestierten, wurden 28 Frauen festgenommen, sowie 192 Männer, die nach dem Freitagsgebet ebenfalls gegen das Bekleidungsgesetz protestierten. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. (Ö.P. 7.5.)
Hakkari/Semdinli: An der iranischen Grenze wurden 7 Jugendliche von türkischen Sicherheitskräften hingerichtet, die aus dem iranischen Teil Kurdistans nach Semdinli kamen.
Der Vorfall passierte am 7. Mai. Als die Jugendlichen wegen des Verkaufs von Öl in Semdinli waren, wurden sie von Dorfschützern angehalten, die das Militär informierten. Das Militär trieb die Jugendlichen auf den Platz, fesselten sie und sie wurden erschossen. Danach haben die Soldaten die Köpfe der Jugendlichen abgetrennt. Augenzeugen berichteten, daß die Soldaten so lange auf die Jugendlichen einschossen, bis sie total zerfetzt waren. Der Jüngste war 13 Jahre, 6 von ihnen waren Schüler. Bei der Beerdigung kamen 5.000 Menschen zusammen. (Ö.P. 10.5.)
 

Die Informationen wurden aus unten aufgeführten Zeitungen zusammengestellt.
Auf Wunsch können wir Ihnen die Belegausschnitte aus den Zeitungen per Kopie
zur Verfügung stellen. Nicht direkt gekennzeichnete Artikel stammen aus
Mitteilungen, die wir ebenfalls auf Wunsch zur Verfügung stellen können. (Ö.P
= Özgür Politika, Sabah, Evrensel, Milliyet)