Öcalan ließ durch seine Anwälte übermitteln, daß er den Aussagen des türkischen Generalstabschefs Hüseyin Kivrikoglu vom 5. September 1999 großen Wert beimesse und sie überaus ernst nehme. Öcalan erkannte den Willen des türkischen Generalstabschefs zu kultureller Freiheit und Demokratisierung als einen positiven Schritt an und betonte dessen Wichtigkeit.
Öcalan ist der Überzeugung, daß eine Annäherung nur in echtem Frieden und in Geschwisterlichkeit möglich ist, und eine erfolgreiche Weiterführung des Friedensprozesses Taten verlangt. Der Parteivorsitzende Öcalan nahm auch Stellung zum Veto des türkischen Staatspräsidenten Süleyman Demirel gegen den vom Parlament eingebrachten Beschluß auf Amnestie, und betonte die Notwendigkeit einer Erweiterung der Verfassung nach den Prinzipien der Gleichberechtigung und Allgemeingültigkeit.
Öcalan weiter: "Wenn eine Generalamnestie zustande kommt und dies mit einer politischen Garantie bestätigt wird, wir die PKK ihre Kräfte, statt sie außerhalb der Grenzen zurückzuziehen, in die politische Phase einbringen und sich aktiv beteiligen."
Öcalan nahm Stellung zu den Auseinandersetzungen in Van, bei der 20 Soldaten ums Leben kamen und meinte, daß in einer Phase, in der sich der Friedensprozeß etablieren soll, solche Taten nicht zu akzeptieren wären. In einer derartig sensiblen Phase sei extreme Vorsicht geboten und Provokationen seien weder gerechtfertigt noch dürfe man sich darauf einlassen. Die Verantwortlichen an dieser Auseinandersetzung müssen unbedingt ermittelt und sichergestellt (??) werden. Es müsse im weiteren erklärt werden, von welcher Seite der Angriff erfolgte. Er bedauerte, daß junge Menschen bei diesem Zwischenfall und auf diese Weise ihr Leben verlieren mußten.