Roj-TV-Krise in Dänemark

Aufgrund der Teilnahme von Korrespondenten des kurdischen Fernsehsenders Roj TV an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem dänischen Ministerpräsident Rasmussen in Kopenhagen hat der Ministerpräsident der Türkei, Erdogan, die Pressekonferenz abgesagt und Dänemark verlassen.

Erdogan soll Rasmussen aufgefordert haben, die Roj-TV-Korrespondenten aus dem Raum zu entfernen. Auf die Weigerungs Rasmussens soll Erdogan gefordert haben, ihnen Redeverbot zu erteilen. Auch das wurde vom dänischen Ministerpräsidenten abgelehnt. Rasmussen erklärte vor der Presse, er könne die Sensibilität der Türkei zum Thema Terrorismus verstehen. Auch Dänemark beteilige sich aktiv am Antiterrorkampf. Aber Journalisten könnten aufgrund der Gesetzeslage in Dänemark nicht daran gehindert werden, an einer Pressekonferenz teilzunehmen. Erdogans Verhalten sei ihm unbegreiflich, so Rasmussen: „Regierungen dürfen in keiner Weise versuchen, Einfluss auf die Medien zu nehmen. Pressefreiheit und –unabhängigkeit gehören zu den grundlegenden Prinzipien der Demokratie Dänemarks".

Quelle: msnbcntv.com, 15.11.2005, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen
ISKU | Informationsstelle Kurdistan