„Wir sind nicht untauglich, sondern homosexuell“ Vor kurzem ist gegen die Haftstrafe von vier Jahren, zu der der Totalverweigerer Mehmet Tarhan vom Militärgericht Sivas verurteilt worden war, Einspruch durch den militärischen Kassationsgerichtshof eingelegt worden. Um die Öffentlichkeit über die jüngsten Entwicklungen im Fall Tarhan zu informieren und Solidarität mit dem Totalverweigerer aus Gewissensgründen zu demonstrieren, fand heute eine Kundgebung in Istanbul-Galatasaray statt. Die Kundgebung wurde unterstützt von der Initiative „Solidarität mit Mehmet Tarhan“, dem Menschenrechtsverein IHD sowie verschiedenen Homosexuellen- und Frauenorganisationen wie Amargi, KaosGL und der Demokratischen Freien Frauenbewegung. Auf Schildern und Transparenten wurde die sofortige Freilassung Tarhans gefordert. „Wir werden keine Soldaten – für niemanden“, „Geh nicht zum Militär“, „Wir sind nicht untauglich, sondern homosexuell, und zum Militär gehen wir nicht“, „Verweigere – leiste Widerstand – sag Nein – geh nicht zum Militär“ hieß es auf Spruchbändern und in Parolen. Im Namen der Gruppe gab der Verweigerer Erkan Ersöz eine Erklärung ab, in der er darauf verwies, dass das Kassationsgericht das Urteil über eine vierjährige Haftstrafe aufgrund von Verfahrensfehlern angefochten habe, da Tarhan keiner effektiven Tauglichkeitsprüfung unterzogen worden sei. „Denn in der militärischen Denkweise bedeutet Homosexualität Untauglichkeit.“ Mehmet Tarhan habe bei jeder Gelegenheit angegeben, homosexuell zu sein, es aber abgelehnt, dies als Begründung für seine Untauglichkeit zu benutzen. Quelle: DIHA, 19.11.2005,
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aus dem Türkischen |
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