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| Der Preis ist
scheiß! Der internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 jährlich verliehen als Huldigung an den Begründer der abendländischen Kultur und Vater des christlichen Europa Karl dem Großen. Karl wird in den Darstellungen der Stadt Aachen beschrieben als hervoragender Kulturpolitiker und Diplomat. Vergessen wird wohl lieber - oder sagen wir besser verschwiegen - das er auch einer der größten Schlächter des Mittelalters war Es heißt der Karlspreis steht in der Traditon der Überwindung von Grenzen und der Freundschaft der europäischen Völker. Der Preis wird vorzugsweise an Menschen verliehen, die die Grenzen mit Hilfe ihrer Streitkräfte überwinden und der Völkerfreundschaft mit Bomben ein wenig nachhelfen, solange bis niemand mehr wagt unfreundlich zu sein. Auch die katholische Kirche identifiziert sich mit dem Karlspreis, kein Wunder, hat doch Karl dem Katholizismus in Europa erst zum Durchbruch verholfen. Aber nicht etwa durch die Überzeugungskraft eines christlichen Vorbilds sondern durch Zwangstaufen im großen Umfang und Ermordung der übriggebliebenen Heiden. Der Stand der europäischen Sache hat sich nach Meinung der Stadt Aachen regelmäßig in Reden und Äußerungen anlässlich der Verleihung des Preises abgezeichnet. Was ist das für ein Europa, wenn die ausgezeichnet werden, die die europäische Sache mit Krieg vorantreiben. Wer war dieser Kerl, in dessen Namen der schreckliche Preis verliehen wird? Karl wurde vermutlivh 747 geboren und 754 zum König gesalbt. Seine Karriere begann erst richtig nachdem sein Vater und 771 auch sein Bruder gestorben war, der vorher die Hälfte des Reiches unter seiner Herrschaft hielt. Karl konnte dadurch auf umfangreiche Ressourcen zurückgreifen und begann schon ein Jahr später seinen totalen Krieg gegen die Sachsen, der sich über dreißig Jahre hinzog. Karl zerstörte immer wieder Dörfer und Heiligtümer und erpresste Geiseln um sich das Wohlverhalten der SächsInnen zu sichern. Sein bekanntestes Massaker ist das sogennante Blutgericht bei Verden an der Aller, wo er 4500 Menschen ermorden ließ um sich für ihre Unbeugsamkeit zu rächen. Die SächInnsen sollten während dieser ganzen Zeit immense Steuern an die Kirche abführen und waren um ihr nacktes Überleben zu retten gezwungen Widerstand gegen ihre Unterdrücker zu leisten. Die Ermordung dieser Menschen geschah denn auch mit dem ausdrücklichen Segen der katholischen Kirche. Karl führte nicht nur Kriege in Sachsen sondern in ganz Europa. Er eroberte Ungarn, Norditalien und Nordspanien. Damals gab es keine Freiwilligenarmee, sondern auch so eine Art Wehrpflicht. Die Karl untergeben Adligen waren verpflichtet ihm Soldaten für seine blutigen Eroberungen zu besorgen. Mag es auch einige Leute gegeben haben die freiwilligen in den Krieg zogen, die Mehrzahl der Soldaten wurde einfach gezwungen mitzuziehen, wollten sie nicht an Ort und Stelle umgebracht werden. Da läßt sich natürlich leicht großer Kulturpolitiker spielen und ein großer Hofstaat unterhalten. Nur wie hat er das finanziert? Das Geld dafür wurde entweder geraubt oder den BäuerInnen abgepreßt die in jämmerlicher Arnut dahinvegetiert haben. Die Lebensumstände der Menschen im Mittelalter werden allzugerne verschwiegen, berichtet wird nur über die Mächtigen und Reichen, die sich ihren Luxus, ihre tollen Schlösser, dazu zählt natürlich auch die Aachener Kaiserpfalz, nur leisten konnten indem sie den Rest der Menschheit in bitterer Arnut hielten. Karl steht für den Beginn der abendländischen Geschicht. Tatsächlich ist er der Begründer der Feudalherrschaft, die sich für die nächsten tausend Jahre in Europa eingenistet hat. Sein tolles Reich war überhaupt nicht überlebensfäfig. Schon wenige Jahre nach seinem Tod ist es zerbrochen. Unterdrückung ist eben kein Mittel um Menschen auf Dauer zusammenzuhalten. Das Mittelalter war sicherlich für die meisten Menschen die reinste Hölle und die Taten ihrerTeufel bestimmt kein Vorbild an sich Politiker heute messen sollten. Oder doch? Es sollte uns doch nachdenklich stimmen, wenn glühende Nazi-Verehrer in Aachen sich ebenso fanatisch dem Karl - Kult hingeben. Liegt es vielleicht daran, daß sich die Ideologie der Nazis nicht so sehr von Karl dem großen unterscheidet. Kolonialisierun und Plünderung Osteuropas, Diktatur und Ausrottung Andersdenkender. Karl erfährt seine logische Fortführung im Nazideutschland. Nur die Religion hat gewechselt: statt Christentum glauben die Deutschen nun an den bis zum Wahnsinn übersteigerten Rassismus und Antisemitismus. Der Karlpreise wurde vom ehemaligen Nazi Kurt C.T, Pfeiffer gegründet. Nach dem Krieg mutierte das Mitglied der NSDAP zum Ziehvater der Aachner CDU. Ihm wird nachgesagt, das er kein strammer Nazi war, wohl aber in Teilen mit der Ideologie der Nazis einverstanden war. Nach dem Krieg wollte ja eigentlich niemand mehr dabei gewesen sein und es gab viele Anstrengung die Erinnerung an die jüngste Vergangenheit auzulöschen. Pfeiffer wollte das mit der Gründung des Karlpreises bewerkstelligen. Der Karlspreis reiht sich also ein in eine Reihe von Maßnahmen, die die Geschichte korrigieren wollen, indem sie den Blick weglenken vom größten Greuel der Geschichte, der Nazi-Diktatur der Deutschen. Sein Vorhaben war rückwärts und vorwärts zugleich gerichtet. Er wollte, wie er selbst sagt: "die Jugend vor der eigenen belasteten Vergangenheit abschirmen" und ihnen statt dessen Karl den Großen als historisches Vorbild verkaufen. Das war natürlich sinnvoller, weil sich Geschichte die 1200 Jahre zurückliegt sehr viel leichter reinwaschen läßt und dafür keine lebenden Personen mehr verantwortlich gemacht werden können. Er benutzte den Karlspreis so um sich selbst, seine Aachener Nazi-Freunde, ja die ganze Aachener Geschichte reinzuwaschen. Was von ihm selbst zu halten ist, dafür liefert er selbst einen eindeutigen Hinweis: Er wollte "die Wiederaufrichtung der Deutschen, ihre Besinnung auf die unvergänglichen Werte und die schöpferischen Leistungen des Volkes". Diese unvergäglichen Werte haben die Nazis genauso gepriesen und die größte "schöpferische Leistung" des letzten Jahrhunderts liegt in der Ermordung von min. 60 Millionen Menschen. An einem Zeitpunkt, an dem eine gründliche Ausrottung der alten Werte notwendig gewesen wäre, will Pfeiffer daran anknüpfen und macht damit auch deutlich in welche Tradition er den Karlspreis stellt. Der erste Preisträger war denn auch Graf Coudenhove-Callergi, der Gründer der Paneuropa-Bewegung. Diese Bewegung wollte einen europäischen Staatenbund mit einem gigantischen Koloniualgebiet im Süden errichtebn. Das Vorbild für die innere Verfassung dieses Europas sollte die faschistische Diktatur Benmito Mussolinis in Italien sein. Ein Preis um Menschen auszuzeichnen, die sich um Kerneuropa verdient gemacht haben. Kerneuropa in der Tradition Kars des Großen heißt nichts anderes als das Großdeutschland der Nazis. Damit wurden die Kriegsziele der Nazis wieder aufgegriffe, ins Nachkriegsdeutschland hinübergerettet und nun versucht mit anderen Mitteln zu erreichen. An die Stelle der deutschen Wehrmacht trat nach dem Krieg die deutsche Industrie, die versucht hat mit wirtschaftlichen Mitteln die Herrschaft über das Reich Karls des Großen wieder zu erlangen. Ich glaube es war Kanther BDI a.D. der gesagt hat: "Deutschland hat mit wirtschaftlichen Mitteln das erreicht, was es mit Krieg nicht geschafft hat". Das sollte uns keinen Preis wert sein. Wir finden, es darf überhaupt keinen Karlspreis mehr geben. Ein Preis in dieser Tradition, der Menschen auszeichnet, die nichts anderes als die Herrschaft über Europa im Sinn haben und die Wiedererrichtung eines großdeutschen Reiches darf nie mehr verliehen werden. Wenn er aber verliehen wird, dann ist Clinton genau der richtige Preisträger. Ob er sich um Europa verdienrt gemacht hat, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Seine Politik jedenfalls ist vorbildlich für Europa und wird hier gerne kopiert. Z.B. seine vorbildliche Sozialpolitik, die darauf abzielt, Menschen in wirtschaftlicher Abhängigkeit , also arm zu halten zu halten. Das Geld, das er mit der Kürzung von Sozialleistungen einspart, benutzt er für wahnwitzige Rüstungsprojekt und finanziert damit auch den Überfall auf andere Länder. Das hat Karl genauso gemacht. Clintons Wirtschaftspolitik wird vom Karlspreisdirektorium hochgelobt, aber überall auf der Welt, wo er hinkommt, ob es in Seattle ist oder in Indien erntet er Proteste von zehntausenden von Menschen, die erkannt haben das seine Politik den Reichen nützt, sie immer reicher macht und die Armen immer ärmer. Clinton unterstützt die Todesstrafe, genau wie Karl. Die Todesstrafe ist sicherlich die unmenschlichste und abscheulichste Form der Repression. Wes Geistes Kind er ist zeigt er dadurch, daß sie hauptsächlich gegen die ärmsten der Armen die schwarzen EinwohnerInnen der USA angewandt wird. Bill Clinton, ein Unterdrücker, ein Kriegstreiber, ein Mörder, ein Ausbeuter, ein würdiger Preisträger für den Karlspreis und eine Leuchte für die Stadt Aachen. |