Im Sommer 2001 hatte das Autonome Antifaprojekt an den Aachener Hochschulen nach einem Hinweis der VVN-BdA Aachen die Fachschaft Metallurgie & Werkstofftechnik erstmalig darauf aufmerksam gemacht, daß einer 'ihrer' Professoren in der neofaschistischen "Nation & Europa" publiziert. Im Oktober 2001 setzte Professor Heinz Kottowski-Dümenil noch einen drauf, indem er am Rande eines weiteren Artikels für diese Zeitung explizit auf seine Tätigkeit an der RWTH verwies.
Unterdessen waren aber auch die Studierenden des Fachbereichs nicht untätig geblieben und hatten die verantwortlichen Dozenten über die Angelegenheit informiert. Die Forderung war eindeutig: Keine Weiterbeschäftigung dieses Professors! Offenbar sind die Studierenden mit dieser Forderung auf offene Ohren gestoßen, denn inzwischen sind die Vorlesungen des Herrn Kottowski-Dümenil abgesetzt. Im heute erschienenen offiziellen Vorlesungsverzeichnis der RWTH taucht der neofaschistische Publizist nicht mehr auf.
Das Antifaprojekt hält diesen Fall für ein gelungenes Beispiel der Zusammenarbeit in den verschiedenen studentischen Gremien und Projekten. Das bestehende 'Problem' war in kürzestmöglicher Zeit zufriedenstellend zu lösen, ohne daß ein größeres Aufhebens nötig gewesen wäre. Auch der AStA der RWTH, der von Beginn an über die Angelegenheit informiert war, hat nach seinen Kräften das antifaschistische Engagement der Studierenden unterstützt - in diesem Fall durch moralischen Zuspruch und ansonsten vornehme Zurückhaltung.
Ebenfalls erfreut ist das Antifaprojekt darüber, daß die RWTH-Oberen offenbar aus der breiten Kritik an ihrem skandalösen Umgang mit der SS-Vergangenheit des ehemaligen Rektors Schwerte gelernt haben und nicht länger bereit sind, (Neo-)Nazis eine RWTH-Karriere zu ermöglichen. In besonderem Maße ist natürlich das schnelle und unbürokratische Engagement aller Beteiligten im Fachbereich Metallurgie & Werkstofftechnik als vorbildlich zu bezeichnen.
Ergänzende Informationen zu Kottowski-Dümenil:
Der 68-jährige, in Düsseldorf wohnhafte jetzt-nicht-mehr-Professor war bereits in den neunziger Jahren für den FPÖ-nahen "Bund freier Bürger" (BfB) aktiv. 1996 war er Vorsitzender dessen Landesvorstands NRW. 1999 befand sich Kottowski-Dümenil dann bereits als Beisitzer im Bundesvorstand der Partei. Mit seinen Publikationen zumindest in den Ausgaben Juli/August 2001 sowie Oktober 2001 der "Nation & Europa" hat Kottowski-Dümenil dann die Schwelle zum bekennenden Neofaschismus überschritten. In seinen Beiträgen zu den Themen Atomkraft und Klima setzte er sich recht offen für einen 'gepflegten Heimatschutz' ein.
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