Kerkrade: "Euregionales Bündnis gegen Rechtsextremismus"

Zwischen zwei Tassen Kaffee ein Blick auf die Gefahr vom "rechten Rand".
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...auch wenn er irgendwie recht hat, ganz so schlimm wie der Kollege von regioBlick fanden wir es nicht. Wir sind jedoch auch nicht bis zum Ende geblieben... ;)
Ausländerfeindlichkeit soll grenzüberschreitend bekämpft werden
Unter dem Motto "Rechtsextremismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit - Was können wir dagegen unternehmen?" sind am Samstag mehr als 60 Teilnehmer zu einer Tagung im niederländischen Kerkrade zusammengekommen. Eingeladen hatte das Euregionale Bündnis gegen Rechtsextremismus ins altehrwürdige Kloster Rolduc. Die Ergebnisse der Tagung waren leider eher dürftig, dafür war das Büffet lecker...
Geklotzt statt gekleckert hatten die Veranstalter. Neben der voluminösen Kulisse in der alten Klosteranlage wußte vor allem das Brunch-Büffet zu überzeugen. Diverse Brote und Aufschnitte (und zwar keineswegs die üblichen labbrigen niederländischen "Ziehharmonika"-Brote, sondern gute Bäckerware) wurden durch Freigetränke, warme Pfannkuchen und eine aufmunternde Suppe abgerundet. Im Park des Klosters ließ sich der eine oder andere Sonnenstrahl dieses schönen Frühlingstages einfangen.
Inhaltlich konnte die Tagung leider nicht mithalten. Zu groß waren die Unterschiede und Interessen der einzelnen Initiativen. Antifa-Gruppen, die mit Stellwänden und Infotischen noch die einzigen Inhalte zum Thema präsentierten, kritisierten die zweifelhafte Motivation vieler Teilnehmer. "Einigen geht es nur darum, sich auch nach dem 'Aufstand der Anständigen' weitere staatliche Fördergelder zu sichern. Von Neonazismus oder Rassismus haben die nicht die leiseste Ahnung", kommentierte ein Mitglied der Antifa Aachen.
Auch der Autor dieser Zeilen schnappte bei seinen gelegentlichen Rundgängen fernab von Sonnenstrahlen eher nichts sagendes Geplänkel auf. Ein Vertreter der Stadt Stolberg ließ sich gar dazu hinreißen, den Migranten in Deutschland aufgrund ihrer "mangelnden Integrationsbereitschaft" die Schuld an dem Erstarken von Neonazis zuzuschreiben. Zaghafte Versuche von Antifa-Vertretern und Migranten, insbesondere den Rassismus in der Mitte der Gesellschaft zu verorten, anstatt ihn als Randproblem abzutun, wurden von der großen Mehrheit der Tagungsteilnehmer geflissentlich übergangen.
So wird sich der Sprecher des Ausländerbeirates der Stadt Eschweiler auch auf dieser Tagung ganz wie immer gefühlt haben: "Die Ausländer in Deutschland haben mit ganz alltäglichen Diskriminierungen zu leben. Auf dem Amt, bei der Polizei und selbst beim Kauf einer Busfahrkarte schlägt uns Mißtrauen entgegen."
Nichtsdestotrotz wurde auf der Tagung eine verstärkte euregionale Zusammenarbeit gegen Rechtsextremismus vereinbart. Mehrere Teilnehmer bekamen davon nichts mit. Sie waren bereits abgereist, um "den Rest des Tages zu genießen".
(regioBlick, 17. März 2002)
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