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antifaschistische nachrichten aus hochschule, aachen und rest der welt

Zu der Gedenkstunde hatte die antifaschistische "Gruppe Z Stolberg" eingeladen. Nach kurzen Wortbeiträgen wurden die Namen der aus Stolberg deportierten Opfer des Nationalsozialismus verlesen. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes wies darauf hin, daß Roma und Cinti auch heute unter großen Vorurteilen und Verfolgung zu leiden haben - auch in Deutschland:

Am 2. März 1943 wurden in Stolberg 37 Roma aus ihren Häusern in der Steinfurt gezerrt, von SS und Gestapo zum Bahnhof getrieben, von wo aus sie nach Auschwitz transportiert wurden. Die in Stolberg ansässigen Mitglieder der Familien Lassisch, Todorowitsch, Wassilkowitsch, Markowitsch und Jowanowitsch starben innerhalb weniger Wochen durch Exekution, Vergasung oder an den Folgen der Zwangsarbeit. Dem vorausgegangen war die Diskriminierung und Stigmatisierung der Roma als "arbeitsscheues Gesindel". Die Vorurteile gegen Cinti und Roma gibt es heute noch, ihre Diskriminierung besteht heute oft darin, dass die Roma vor der Gewalt in ihren Heimatländern fliehen müssen, dass ihnen in Deutschland aber weder Sicherheit gewährt noch ein geregelter Aufenthalt zugestanden wird.

Besonders hart betroffen sind die auf dem Balkan lebenden Roma. Die Behauptung der Nato und der Bundesregierung, der Krieg gegen Jugoslawien sei nötig gewesen, um die ethnischen Säuberungen zu stoppen, war schon vor zwei Jahren eine Lüge. Für die Roma und auch die Serben im Kosovo begann die Vertreibung mit den Luftangriffen der Nato auf Jugoslawien. Über 80 % der Roma sind heute aus dem Kosovo verjagt, ihre Wohnbezirke sind zerstört, große Teile der alteingesessenen Roma-Kultur vernichtet. Die Flüchtlingslager in Mazedonien sind überfüllt. Angehörige der UCK verüben auch in Mazedonien Terrorakte gegen die Roma. Die dort stationierte Bundeswehr ist für die Roma keine Hilfe. Sollten es Roma als Flüchtlinge nach Deutschland schaffen, sollen sie auf Antrag der Bundesländer nach Serbien abgeschoben werden. Ob sie dahin wollen, ob sie dort willkommen sind, das interessiert hier niemand. Hauptsache die Roma sind weg.

Gedenken an die Verbrechen an den Cinti und Roma während der Nazi-Zeit muss neue Verbrechen verhindern helfen!


gedenktafel am hbf stolberg

aufruf gegen das vergessen

transparent der vvn aachen

30 menschen nahmen an der kundgebung teil