Autonomes Zentrum Aachen - Stand der Dinge
Die Stadt Aachen hat wie angekündigt den von uns eingereichten Bauantrag zügig bearbeitet und genehmigt, was wir als positives Signal sehen. Dennoch ist das Autonome Zentrum (AZ) entgegen diverser Gerüchte und Behauptungen, die momentan kursieren weit davon entfernt,seinen regulären Betrieb wiederaufnehmen zu können.
Zwar wird es nach einigen kleineren Umbauten (die schnellstmöglich mit eigenen Mitteln durchgeführt werden sollen) wieder möglich sein, das AZ als Treffpunkt zu nutzen, allerdings nur in sehr eingeschränkter Form. Nur ein Teil der Räumlichkeiten (Theke / Bar) wird zugänglich sein, und das auch nur für maximal 100 Personen. Unter diesen Auflagen größere Veranstaltungen wie Konzerte oder Parties durchzuführen, wird enorm schwierig bis unmöglich sein. Zur dauerhaften Aufnahme des Betriebs ist außerdem eine offizielle Abnahme der Elektrik, der Lüftungsanlagen und der Feuerlöscheinrichtungen nötig, die nicht ganz billig sein dürfte.
Nach Verwirklichung der "kleinen" Lösung wäre der nächste Schritt die Wiederherstellung des AZ für Veranstaltungen in einem mittleren Rahmen. Die Feuerwehr hat signalisiert, das nach weiteren Umbauten, die wiederum vom AZ in Eigenleistung erbracht werden können, eine Genehmigung für 160 Leute möglich ist. Leider ist in diesem Zusammenhang auch ein umfassenderes Brandschutzkonzept notwendig, dessen Finanzierung noch nicht gewährleistet werden kann.
Umbauten, die das AZ in alter Form wiederherstellen würden (Nutzung aller Räume mit 200 Personen) sind derzeit nicht möglich, da der AZ-Bunker noch Zivilschutzstatus hat, d.h.: werden die Auflagen des Bauordnungsamt für eine "große" Lösung erfüllt, werden gleichzeitig die Zivilschutz-Auflagen verletzt - ein Dilemma. Die Chance, den Zivilschutzstatus aufzuheben, ist aufgrund des drohenden Krieges gegen den Irak sehr gering. Sollte der Status schließlich doch aufgehoben werden, besteht das Problem, dass die umfangreichen Umbauten wohl nicht ohne externe finanzielle Hilfe zu bewältigen sind. Der Verein würde sich dann allerdings um Landes-, Bundes- oder EU-Fördermittel bemühen.
Die derzeitige Situation ist also klar: Nach der geplanten Wiedereröffnung wird der wichtigste alternative Veranstaltungsort in der Region erstmal nur ein Schatten seiner selbst sein. Die Stadt hat sich zudem immer noch nicht für ihr rigoroses, rücksichtsloses Vorgehen entschuldigt, geschweige denn eine Art Entschädigung für die zahlreichen Veranstaltungen angeboten, die seit Mitte Oktober ausfallen mussten. Daher werden unsere Proteste weitergehen.
Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass die Hausbesetzungen in der Goethestraße und Lochnerstraße, die unser Verein zwar nicht initiiert hat, aber für durchaus legitim hält, keinesfalls ausschließlich eine Reaktion auf die Schließung des AZ sind. Die Forderungen der Besetzer sind viel weitreichender. Wir bitten die Medien darum, sich damit intensiver und differenzierter auseinanderzusetzen.
(FREUNDE UNABHÄNGIGER KULTUR IN AACHEN e.V., 11. Dezember 2002)
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