Nicht erst seit der von übelster rassistischer Stimmungsmache geprägten Unter- schriftensammlung der CDU gegen die Doppelte Staatsbürgerschaft besteht Ge- wißheit, daß der Rassismus in Deutschland keineswegs nur von einigen wenigen "Extremisten" am rechten Rand betrieben wird, sondern in weiten Teilen der Be- völkerung latent oder offen vorhanden ist.
Ebenso ist schon lange bekannt, daß sich mit rassistischen Stammtischparolen Punkte und vor allem WählerInnenstimmen machen lassen. Das haben auch die "Alt-Linken" in der heutigen Bundesregierung längst erkannt.
Über die Ursachen für den weit verbreiteten Rassismus in Deutschland - eine Er- scheinung, die in Nachbarstaaten wie den Niederlanden oder Belgien im übrigen relativ fremd ist - läßt sich lange diskutieren. Jedenfalls produziert Rassismus in der öffentlichen Meinung sich immer wieder auf's Neue, wenn "die Politik" alle Jahre wieder "dem Volk" neue Schreckensmeldungen im Sinne des altbekannten "Das Boot ist voll" vorsetzt, um sich im gleichen Atemzug auf die Stimmungen in der Bevölkerung zu berufen.
Ein Patentrezept gegen rassistische Vorurteile und Stimmungsmache gibt es wohl nicht. Als überaus wichtig hat sich in der Vergangenheit jedoch erwiesen, ras- sistisches Verhalten als solches zu benennen, unabhängig davon aus welcher Ecke der Gesellschaft es betrieben wird. Denn kaum jemand wird sich mit stolz- geschwellter Brust rühmen, ein Rassist zu sein.
Sicher nicht die Herren Laschet oder Daldrup (CDU Aachen), die mit sichtlicher Freude das nationalsozialistische "Blutsrecht" - Staatsangehörigkeit nach der Ab- stammung - verteidigen wollten.
Sicher nicht Herr Schily (Bundesinnenminister, SPD), der seine BGS-Truppen all- täglich Hetzjagd auf Einwanderer machen läßt.
Sicher nicht der Vorstand der Lufthansa, die Millionen mit dem Abschiebegeschäft verdient.
Sicher nicht die Damen und Herren in den Ausländerämtern, die oft willkürlich per Stempel über Leben und Tod eines Menschen entscheiden.
Und auch kaum der nette Onkel von nebenan, der sich am Stammtisch in dem Glauben wähnt, "einen Neger schon auf hundert Meter riechen" zu können.
Nein, die alle würden nicht von sich sagen: "Ja, ich bin ein Rassist!"
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