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3. "Bund der Antifaschisten (Dachverband) e. V." (BdA)

gegründet:
1990
Sitz:
Berlin
Vorsitzender:
Heinrich FINK
Mitglieder:
6.000 (1996: 6.000)

 

Der "Bund der Antifaschisten (Dachverband) e. V." (BdA) wurde im Mai 1990 - noch in der DDR - gegründet; seinen derzeitigen Namen führt er seit 1996. Er setzte sich aktiv für die Fusion der "antifaschistischen" Verbände ein. Im Oktober veröffentlichten die Vorstände von BdA und "Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Nazi-Regimes und Hinterbliebener e. V." (IVVdN) eine Willenserklärung zur baldigen Bildung einer gemeinsamen Organisation.

Besonders aktiv blieb die Jugendgruppe "'R.O.T.K.Ä.P.C.H.E.N.' im und beim BdA". Sie bezeichnete sich als "ein loses aktionsbündel von antifaschistischen gruppen, die die verschiedenen formen des antifaschistischen widerstandes ausleben und versuchen, lautstark ihre meinung zu sagen" [38].

Gemeinsam mit dem BdA und einer autonomen Antifa-Gruppe veranstaltete "R.O.T.K.Ä.P.C.H.E.N." am 11. Januar in Berlin das "II. Antifa-Jugendtreffen" mit rund 120 Teilnehmern, darunter Personen aus dem autonomen Spektrum sowie Angehörige der "Kommunistischen Plattform der PDS" (KPF), des IVVdN und der VVN-BdA.

Krawalle auf "Antifa- Workcamps" in KZ-Gedenkstätten
Mit Unterstützung des BdA organisierte "R.O.T.K.Ä.P.C.H.E.N." in Zusammenarbeit mit autonomen Antifa-Gruppen mehrere "Antifa-Workcamps" in KZ-Gedenkstätten. An diesen Veranstaltungen nahmen bis zu 200 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet teil. Während der "Workcamps" kam es wiederholt zu Ausschreitungen.

Auf einer "Workcamp"-Veranstaltung stellte das BdA-Vorstandsmitglied Jürgen HORN die Vorstellungen seines Verbandes über Aktionsformen antifaschistischen Widerstands dar:

"... Wer das Recht auf unmittelbaren, eingreifenden Widerstand aufgibt, der gibt sich selbst als Antifaschist auf. (...) Wer versucht, nur zurückhaltend antifaschistisch zu agieren, der sorgt dafür, daß die Antifa nie wirklich aktionsfähig wird. (...)
Angriff ist eben mehr als das unüberlegte Zuschlagen verzweifelter radikalisierter Kleinbürger. (...)
Angriffe müssen von organisierten, disziplinierten Formationen, nicht von marodierenden Haufen durchgeführt werden. (...) Um das zu erreichen, sind antifaschistische Handlungskerne erforderlich, die massenhaft wirksam werden können."
("Antifa heißt Angriff!?", in "junge Welt" vom 5. Juni 1997)


[38] aus: fzs-"Vorbereitungsrundbrief" Nr. 2 zu den "XIV. Weltfestspielen der Jugend und Studenten" in Kuba, S. 16

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