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Über die Lage psychisch kranker Ausländer in Deutschland

Wie ein Staatsaparat Menschen in Wahnsinn und Verzweiflung treiben kann, sehen wir jeden Tag in den Psychiatrischen Krankenhäusern. Menschen mit unzähligen Selbsmordversuchen, mit zerstörten Familien und einer Lebensgeschichte, die sich nicht einmal Stephen King vorzustellen vermag. Zum Beispiel, ein Seeman der ehemaligen Sowjetunion, der heute mit seinem 56 Jahren als staatenlos gilt. Kein Land wollte ihn haben. Geboren in Moldavien, mit ukrainischem Vater und lettischer Mutter, aufgewachsen in Rußland, diente er fast sein ganzes Leben lang auf einem Hochseefischfangschiff, welches in Hamburg seine letzte Ruhestätte fand. Ausgestattet mit nur einem Seemanspaß -(in dem nicht spezifiziert war zu welcher Nachfolgerepublik gehören sollte)- treibt ohne Segel und Paß seit Jahren durch die verschiedene Instanzen der Ausländerbehörde. Sieben Jahre lang dauerte sein Martyrium. Er hat schon einige Selbstmordversuche hinter sich. Jeder Gang zur Ausländerbehörde um die zweiwöchentlich erteilte Duldung zu verlängern, war eine Strapaze, die er irgendwann nicht mehr aushalten konnte. Früher war er als Seebotsmann der zweite Mann auf dem Schiff, hochgeachtet und respektiert. Heute ist er seelisch ein Wrack. Die Ausländrbehörde verbarrikadiert sich hinter den Gesetzen und kann angeblich für den Mann nichts machen. (Denn er existiert juristisch einfach nicht!)

 

top of page franzisco huascar@okay.net

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