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| Webjournal zum Flüchtlingskongress vom 21. April bis 1. Mai in Jena | zurück | back |
Zu Beginn stellt sich der Referent vor und bedankt sich für die Einladung. Bonny Ibhawoh lebt in Kanada, einem Land, das in Bezug auf Einwanderung als sehr liberal gilt. Doch auch Kanada will nur reiche Immigranten, keine Flüchtlinge.
Obwohl afrikanische Staaten heutzutage vom Kolonialismus unabhängig sind bleiben sie schwerstens abhängig und ausgebeutet unter den Auswirkungen von Neokolonialismus und Neoliberalismus. · Diese Abhängigkeit und Ausbeutung insbesondere durch die Aktivitäten transnationaler Konzerne beeinträchtigt die Lebensbedingungen von Millionen von Menschen in Afrika schwer. · Diese Probleme können mit der Krise der Unterentwicklung in Afrika und dem Flüchtlingsproblem verbunden werden
Einer der wichtigsten Gegner (?) des Neokolonialismus war der frühere Ghanaische Führer Kwame Nkrumah der den Neokolonialismus als die schlimmste Form des Imperialismus und der kapitalistischen Ausbeutung beschrieb. Das Wesen des Neokolonialismus ist, dass der Staat, der ihm unterworfen ist, in der Theorie unabhängig ist und all das äußerliche Zubehör internationaler Souveränität. In Wirklichkeit sind sien Wirtschaftssystem und somit seine Politik von außen gelenkt. Ausländisches Kapital wird statt für die Entwicklung der weniger entwickelten Länder zur Ausbeutung genutzt; Investitionen vergrößern die Lücke zwischen Reich und Arm.
Vor allem wegen des kapitalistischen Weltsystems und der sogenannten internationalen Arbeitsteilung, die Afrika nur als Produzenten von primären Konsumartikeln betrachtet, haben die meisten afrikanischen Nationen keine überlebensfähigen intergrierten Industrien, die ihre Produktion (economies) diversifizieren könnten und den Rest der Welt mit Fertigprodukten versorgen könnten.
Die Bergbau/Minenproduktion beispielsweise ist grundsätzlich für denExport bestimmt.Was in Afrika bleibt sind die Löhne, die für die Minenarbeiter bezahlt werden. Die Mehrheit des Geldes, das für Gehälter ausgegeben wird, geht an die westlichen Direktoren und eine Menge des Profits geht an die westlichen transnationalen Konzerne.
Zwei Beispiele: Debeers und der Diamantenhandel in Elfenbeinküste, Angola, Sierra Leone, und im Congo, der den Krieg in diesen Ländern vorangetrieben hat und sie in die Verarmung getrieben hat. Ein jüngerer UN-Report bezog westliche Firmen und Ländern, darunter Belgien, in den illegalen Diamantenhandel mit ein.
Bedingt durch Jahrhunderte von Sklaverei und Imperialismus besitzt Afrika nicht viel Kapital, mit dem es die Industrialisierung beginnen könnte. Obwohl Landwirtschaft wichtig ist, ist in der heutigen industriellen Welt die Industrialisierung wichtiger.
Afrikanische Staaten bekommen oftmals keine fairen Preise für ihre primären Exportkonsumgüter, die üblicherweise ihre einzige Einkommensquelle sind. Das kommt daher, dass sie wenig Kontrolle über den internationalen Geldmarkt haben. Die Preise von Kakao, Holz und Gummi sind alle gestürzt. Vor kurzem ist der Preis des Öls, die wichtigste Einkommensquelle für einige afrikanische und asiatische Entwicklungsländer , gestiegen, aber die großen Finanzmächte verbündeten sich, um sicherzustellen, dass er innerhalb von Tagen wieder sinkt, weil sie davon beeinträchtigt wurden. Aber für viele Jahre beeinträchtigten derartige Preisinflationen von Konsumgütern die AfrikanerInnen, ohne dass ihnen jemand zu Hilfe gekommen wäre.
Der globale Aufschrei und die Opposition angesichts der ungerechten Handelsregulierungen, die von der Welt Handels Organisation auferlegt wurden, haben Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeiten im globalen ökonomischen System gelenkt. Die Demonstrationen in Seattle gegen das WHO-Treffen sind ein Beispiel steigenden Bewusstseins. Zu keinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte herrschte eine größere Ungleicheit zwischen sehr reichen und sehr armen Nationen.
Nationen im Westen bilden Koalitionen, um ihre Ökonomien zu integrieren und zu schützen (NAFTA in North America and the European Union in Europe). Doch zur gleichen Zeit wird armen Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika von Weltbank und IWF kontinuierlich befohlen, ihre Wirtschaft zu liberalisieren und protektionistische Politik aus ihrem ökonomischen Programm zu nehmen.
Für Afrika ist es eine drängende Herausforderung, dies zu beheben. Afrika braucht eine kontinent-weite Planung nötiger als nationale Planung, denn Afrika ist eindeutig in zu viele, kleine, unökonomische und nicht lebensfähige Staaten zersplittert.
Neokolonialismus und Neoliberalismus macht kontinentales Planen im Lauf der Zeit härter, denn enge nationale Märkte werden strukturell verankert.
Die Beherrschung der afrikanischen Wirtschaft durch ausländische Firmen muss beendet werden und ein gerechteres internationales ökonomisches System muss eingeführt werden, wenn wir wirkliche ökonomisches Wachstum erreichen wollen.
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