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| Webjournal zum Flüchtlingskongress vom 21. April bis 1. Mai in Jena | zurück | back |
Nach dem Überfall einer Gruppe vermutlich rechtsgerichteter Jugendlicher auf einen ausländischen Journalisten aus Kongo/Zaire letzte Woche in Jena-Lobeda, ist es über Ostern zu erneuten gewalttätigen Übergriffen auf Jugendliche aus der JG-Stadtmitte im Stadtgebiet Jenas gekommen. Neben dem Vorfall zum KARAWANE-Kongreß, der zur Zeit in Jena stattfindet und zu dem eine Gruppe des Thüringer Heimatschutzes provozierend auftrat und neben den vermehrten Aktivitäten rechtsradikaler Gruppierungen im Internet, deuten diese gewalttätigen Übergriffe in Jena auf eine neue Phase von Aktivitäten rechtsradikaler Gruppen und deren Umfeldes hin. Ziel dieser faschistischen und "vorfaschistischen" Gruppierungen ist und bleibt, ein Klima der Angst zu verbreiten, unter welchem sie die Meinungsführerschaft in weiten Stadtteilen von Jena zu übernehmen versuchen.
Am Montag, den 24.04.2000 gegen 21.00 Uhr befanden sich zwei Jugendliche,
ein Junge und ein Mädchen im Alter von 17 und 16 Jahren, in Jena-Ost
Richtung auf dem Weg nach Hause. Als sie am ehemaligen Postkindergarten
vorbeigekommen waren - heute ein stadtbekannter und problembeladener
Anlaufpunkt für Jugendliche aus dem rechten Spektrum -, bemerkten sie einen
langsam vorbeifahrenden schwarzen BMW älterer Bauart. In dem Auto saßen 5
Personen (4 männlich eine weiblich), die von den zwei Jugendlichen nach
ihrem Äußeren dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurden.
Als die Autoinsassen das jugendliche Paar bemerkten, bogen sie
rückwärtsfahrend in die Einfahrt des Raiffeisen-Rohstoffhandels ein und
hielten an. Zwei männliche Personen, bekleidet mit Bomberjacke und
Springerstiefel, stiegen aus dem Auto und verfolgten die zwei flüchtenden
Jugendlichen. Nach etwa 200 Metern wurden die zwei eingeholt, festgehalten
und verbal bedroht mit Aussprüchen wie "Du siehst so aus, als hättest du
noch nie ordentlich eine auf die Fresse gekriegt". Von einem Angreifer bekam
der Junge einen Kopfstoß auf das Nasenbein und wurde von einem zweiten Täter
mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Mädchen dagegen wurde massiv
eingeschüchtert: ?Wir kennen dich und besitzen ein Foto von dir.?, und beide
wurden bedroht: ?Wenn ihr zur Polizei geht, machen wir euch fertig.?.
Die ärztliche Untersuchung ergab eine Nasenbeinprellung. Nach mehreren Gesprächen konnten die Überfallenen ihre Angst überwinden und haben am 26.04.2000 Anzeige gegen Unbekannt wegen Körperverletzung erstattet.
Auf dem Nachhauseweg von einer Veranstaltung der JG-Stadtmitte in der Nacht
vom Dienstag zum Mittwoch, 25/26.04.2000, begegneten gegen 0.15 Uhr zwei
Jugendliche, Brüder im Alter von 20 und 16 Jahren, kurz vor ihrem Haus in
Jena-Winzerla einer auf der Straße laufenden Gruppe von ca. 14 Jugendlichem.
Von ihrem Äußeren waren sie nicht eindeutig rechtsradikalen Gruppierungen
zuzuordnen, fünf trugen Bomberjacken, ansonst Jeanshosen, Turnschuhe, nur
vereinzelte waren mit Springerstiefeln bekleidet.
Ohne jedes verbale oder sonstige Vorspiel wurde der 16-jährige Jugendliche
plötzlich von einem Jugendlichen hinterrücks angefallen. Als ihm sein Bruder
zur Hilfe kommen wollte, wurde dieser selbst von drei anderen massiv zur
Seite gestoßen und mehrfach ins Gesicht geschlagen und getreten. Er konnte
sich befreien und zum Hauseingang flüchten, um dort um Hilfe zu rufen. Vor
dem Hauseingang wurde er wieder eingeholt und nochmals zusammengeschlagen.
Schon am Boden liegend traten die Täter noch mehrfach auf ihn ein. Ebenso
wurde sein Bruder zusammengeschlagen und mit Tritten auf den ganzen Körper
traktiert. Die Täter ließen schließlich von ihren Opfern ab und flüchteten
in Richtung Straßenbahn- und Bushaltestelle.
Die vom älteren Bruder zu Hilfe gerufene Polizei konnte insgesamt 14
Jugendliche an der Haltestelle festnehmen, von denen drei eindeutig als am
Überfall Beteiligte identifiziert werden konnten und gegen die Strafanzeige
wegen Körperverletzung gestellt wurde.
Die ärztliche Untersuchung ergab Schürfwunden, Rückenverletzungen und
Verletzungen am Kopf und im Gesicht der Überfallenen.
Schlimmer jedoch als diese äußeren Verletzungen wiegen die Angst und die
Hilflosigkeit angesichts dieses völlig grundlosen und ohne jeden Anlass
erfolgten Überfalls.
Für Nachfragen zu den angegebenen Informationen stehen wir zur Verfügung unter Telefonnummer 03641/444367.
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