Karriere-Komödianten

Göttingen. Dass der linke AStA vorerst abdanken muss, war nach der zweiten Auszählungen der Studentenparlamentswahlen traurige Tatsache. Eine linke Mehrheit im StuPa hätte nicht nur die Jusos einbeziehen müssen, sondern auch die Ekelpakete von der Spaßliste „Männer-Heteros". Eine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen hätte eine politische Betätigung der Listen des Linken Bündnisses (Antifaschistische Liste, Autonomes Kollektiv, Frauenliste, Basisgruppenliste und Ollafa) im AStA faktisch verhindert. Ohnehin fühlten sich die „Männer-Heteros" nach anfänglichem Schwanken dann doch mehr zu ihrer reaktionären politischen Heimat hingezogen. So spielen sie für den rechten AStA jetzt das Schwänzlein an der Waage. Der Erfolg der Rechten stellte sich trotzdem nur mit Schwierigkeiten ein: Die Spürnasen von RCDS, ADF und LuSt witterten nämlich schon ihr Sprungbrett in die Polit-Karriere. Das Gerangel um Posten und Pöstchen bei den rechten Listen hat die Bildung eines rechten AStA so erfolgreich behindert, dass eben dieser jetzt auf wackligen Füßen unter Beteiligung eines Juso-Referenten steht. Grund zum Amusement für die linken Listen.
Trotz des in erster Linie humoristischen Gehalts des Hochschul-Parlamentarismus muss der Rückschlag der letzten AStA-Wahlen von der Göttinger Linken ernstgenommen werden. Der AStA hat immer wieder seine Wichtigkeit als Struktur für linke Politik bewiesen – zuletzt bei den antifaschistischen Aktionen am 29. Januar 2000. Zudem ist in der Universitätsstadt Göttingen die radikale Linke nach wie vor hauptsächlich bei den Studierenden verankert. Beides Gründe, linke politische Inhalte offensiv an die Uni zu bringen. Studi-Ständepolitik, wie sie von den rechten Listen inklusive Jusos betrieben wird, kommt dabei für linke Kräfte nicht in Frage. Linke Politik kann die Uni nur als ein Feld betrachten, auf dem allgemeinpolitisch agiert wird. Die Möglichkeiten dazu können durch einen linken AStA gewährleistet werden. Bis zur nächsten Wahl bleibt zu hoffen, dass sich die Rechten noch lange um ihre Karrieren schlagen.

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