Wie sehen wir denn aus?

Die rosig-feisten Zeiten des deutschen Einheitskanzler-Urwüchslers, wie wir sie hier sehen, sind ohne Frage vorbei. Wasser und Brot statt Saumagen muß er allerdings nicht fürchten. Die Diätgefahr trifft ihn weniger in der Magengegend, in Gefahr ist das Patriarchen-Feeling der fetten Einheitsjahre. Will der Standort Deutschland schlank sein, so müssen erst einmal ein paar Fettpolster von den Konten abgebaut werden. Die alten schwarz-gelben Geschäfte wollen endgültig abgewickelt werden, der Dickdarm der Demokratie sich entleeren, um auch hier Platz zu schaffen für rot-grün. Hier zeigt die CDU echtes nationales Verantwortungsbewusstsein: Wie könnte sie die neue deutsche Machtelite besser affirmieren, als indem sie sich selbst als alte diskreditiert? Das interne Teambewusstsein der alten Eliten im Abwehrkampf gegen feindliche Abführmittel lässt dagegen zu wünschen übrig. So musste Schäuble schon im wahrsten Wortsinne ausscheiden Tja, das Wohl der Nation steht eben immer noch an erster Stelle. Kohls über Jahre antrainiertes Sitzfleisch zahlt sich dagegen aus. So ein dicker Brocken Einheitsauswurf wie der hier stellt sich quer – besonders jetzt, wo Volkes Seele ihr Herz für ehrliche Kriminelle entdeckt hat. So groß ist er dann doch nicht, der Sprung vom Patriarchen zum Paten. Helmut hält´s Maul – Ein Satz mit einem gewissen Charme.

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