Antifaschistisch gekämpft!

Mitten in Niederbayern, wo Ils, Donau und Inn aufeinandertreffen, liegt die Stadt Passau. Als Tourismusort bekannt, wird hier seit Jahren der rechte Vormarsch aktiv voran getrieben. Nachdem in den letzten Jahren CDU und DVU regelmäßig imBierrausch volkstümlich abfeierten, wollte nun die NPD zum zweiten Mal nach 1998 die Stadt Passau für sich beanspruchen. Ein zweiter Tag des nationalen Widerstands hätte es werden sollen am 27. Mai 2000. Mit einer Bewegung, deren Mobilisierungspotential weiter zurückgeht, wollten die Faschisten gar Partei ergreifen, doch kamen nur 3000-4000 Nazis, um sich bei Volksmusik und Nazirethorik den Schädel dicht zusaufen. Alles in allem für die Faschisten ein Flop, ihr Spektakel in der Nibelungenhalle.
Mehr Spannung versprach sich die Polizei für diesen Tag. Gut ausgestattet und mit großer Anzahl Vorort, warteten sie auf das ein oder andere Match mit den GegendemonstrantInnen.
Auseinandersetzungen sollte es auch geben, hatte die Polizei doch im Vorfeld schon gezeigt, auf welcher Seite sie steht.Das Nazitreffen vor autonomen AntifaschistInnen schützen war das Motto der politischen Polizei. Höchste Sicherheitsstufe also für die grün Beamteten, mobilisierte doch die Antifaschistische Aktion Passau zusammen mit der Antifaschistischen Aktion/ Bundesweite Organisation unter dem Motto "Antifaschistisch kämpfen! Kein Friede mit Kapitalismus und Polizeistaat" zu Gegenaktionen. Und das es sich bei ersterer um eine kriminelle Vereinigung handeln soll, wissen wir seit den Hausdurchsuchungen gegen Passauer AntifaschistInnen unter dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung nach §129. Der Polizeistaat hatte also allen Grund zur Sorge, besonders als eine Bundesweite Aktion Zivilcourage initiiert wurde, die von vielen Künstlern und Prominenten unterstützt, ebenfalls zu Blockaden rund um die Niebelungenhalle aufriefen und so das "Gefahrenpotential von Links" weiter steigerte.
Der antifaschistischen Mobilisierung folgten am Vormittag 500 autonome AntifaschistInnen, die immer wieder versuchten Zufahrtswege zu blockieren. Endlich konnte die Polizei zeigen was sie kann: Mit erstmals in Bayern eingesetztem Pefferspray beförderten sie mehrere Menschen ins Krankenhaus, mit Knüppeln gingen sie auf eingekesselte BlockiererInnen los und sorgte für Platzwunden. Es sah ganz so aus, als ob der Polizei dieser Einsatz so viel Spass machte, dass sie ihr eigentliches Ziel, den Schutz des Anreisenden Faschisten, immer weiter in den Hintergrund rückte. Nazibusse waren auf einmal ungeschützt und konnten so von autonomen AntifaschistInnen entglast und einzelne Faschisten angegriffen werden.
Am Anschluß an die Blockaden fand ein Sternmarsch von bürgerlichen Gruppierungen und autonomen AntifaschistInnen statt. Am Zug der autonomen AntifaschistInnen beteiligten sich weit über tausend Menschen. Nach den üblichen bayrischen Schikanen der Polizei und der Verkündung von absurden Demonstrationsauflagen, die die Polizei dem Veranstalter vorher mitgeteilt hatte, konnte eine kraftvolle und entschlossene Demonstration durchgeführt werden, die am Ende nochmals versuchte zur Nibelugenhalle vorzustossen.

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