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Gegen Staat und
Nazis
Berlin.
Am 7. Oktober 2000 demonstrierten 8000 Menschen, darunter zahlreiche autonome
AntifaschistInnen, gegen staatlichen Rassismus und die NPD-Zentrale. Der
anfänglichen Gefahr einer Vereinnahmung durch die Rechtsextremismus-Debatte
wurde offensiv begegnet. Die Demonstration, die vor der NPD-Zentrale in
Köpenick endete, machte einen Zwischenstopp an dem Abschiebeknast Grünau
um den staatlichen Rassismus zu thematisieren und aufzuzeigen, dass reine
Anti-Nazi-Politik einzig Symptombekämpfung vornimmt und die Ursachen unangetastet
lässt. Die Berliner Polizei, sonst bekannt für Knüppelorgien bei Antifa-Demonstrationen,
hielt sich bis zu diesem Zeitpunkt zurück, war aber präsent. Als autonome
AntifaschistInnen eine Scheibe des Abschiebeknasts entglasten und das
Tor aufstoßen wollten, verirrten sich plötzlich doch ein Dutzend Grünbeamtete
in der Demonstration. Sichtlich überfordert und um Hilfe schreiend bekamen
sie die konsequente Antwort für ihr eindeutiges Fehlverhalten präsentiert.
Erst nachdem Verstärkung in Form eines Wasserwerfers anrückte, konnten
die leicht lädierten Polizisten aus ihrer Misere befreit werden. Nach
den militanten Aktionen am Abschiebeknast wurde die Stimmung deutlich
offensiver und hielt bis zur NPD-Zentrale, die von Polizisten geschützt
wurde, an. Nach einigen Versuchen die Absperrung zu durchbrechen, einigen
Angriffen auf die Schützer der NPD-Zentrale und einem unverhältnismäßigen
Polizeieinsatz endete die von der Antifaschistischen Aktion Berlin initiierte
Bündnisdemonstration. Sie war ein Versuch autonomer AntifaschistInnen
die Debatte um den Rechtsextremismus aufzugreifen und mit weitergehenden
Forderungen als dem einfachen Anti-Nazi-Konsens an die Öffentlichkeit
zu gehen. Durch das militante Vorgehen einiger war dies von den bürgerlichen
Medien nicht zu verschweigen.
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