No-go-area für Nazis!

Göttingen. bleibt weiterhin die "Frontstadt" der Linken - am 15. Juli 2000 scheiterte der vierte Aufmarschversuch der NPD, nachdem ihr Eilantrag auf Aufhebung des Demonstrationsverbotes vom Bundesverfassungsgericht abgewiesen wurde. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die öffentliche Sicherheit wegen zu erwartender gewalttätiger Auseinandersetzungen nicht garantiert werden könne. Sie bezogen sich auf die vorherigen Urteile, in denen eine mögliche Konfrontation zwischen Nazis und AntifaschistInnen im Mittelpunkt gestanden hatte. Die Antifa hat's jetzt also verfassungsgerichtlich bestätigt: Göttingen ist und bleibt No-go-area für Nazis. Selbst wenn gerichtliche Verbote alles andere als Bestandteil linker Forderungen sein können - entscheidend bleibt die gesellschaftliche Positionierung gegen rechts und das Vorantreiben linksradikaler politischer Inhalte - kann sich die Linke einen weiteren Erfolg zuschreiben. Denn völlig zurecht wurde mit der antifaschistischen Stärke in Göttingen argumentiert. Von militanten Aktionen bis hin zu den Demonstrationen gegen die letzten drei Aufmarschversuche der NPD fehlte nahezu nichts, was es den Nazis nicht schwer gemacht hätte, in der Stadt ein Bein auf den Boden zu kriegen.

Am 15. Juli wurde dann weniger wert darauf gelegt, auch im Verbotsfall eine Demonstration durchzuführen, schließlich hatten die letzten Aufmarschversuche gezeigt, dass eine breite Schicht keine Nazis duldet. Das Bündnis gegen den Naziaufmarsch mobilisierte stattdessen zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz, zu der 500 Menschen kamen. Die Autonome Antifa [M] beteiligte sich unter dem Motto: "turn left - smash right!" und machte in einer Rede deutlich, dass das Verbot dem linken Klima der Stadt geschuldet ist. Im Mittelpunkt des Tages stand dafür ein Konzert mit den HipHoppern von "Fettes Brot". Rund 800 Menschen kamen zu dem "Fett gegen Nazis"-Konzert. So wurden auf politischer und kultureller Ebene viele Menschen erreicht, im Mittelpunkt des Tages stand der antifaschistische Widerstand.

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