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Kein Europäischer "Friedenszug Musa Anter" von Brüssel nach Diyarbakir

Im folgenden dokumentieren wir die Presseerklärung des Appell von Hannover zur Behinderung des Friedenszuges 'Musa Anter' von Brüssel nach Diyarbakir durch die BRD:

Erneut wird die Türkei vor allem von der Bundesregierung dazu ermutigt, den Krieg in Kurdistan fortzuführen.
Wir protestieren auf das Schärfste gegen die Intervention gegen den Frieden in Kurdistan.
Auch wenn die Durchreise des Friedenszuges verhindert wird, werden wir auf jeden Fall zum geplanten Zeitpunkt vom 26.-8.-3.9.1997 in Istanbul und Diyarbakir anwesend sein.
[...]
Am 22.8.1997 teilte uns die Deutsche Bahn-AG mit, daß sie sich gezwungen sieht, die Chartervereinbarung für den Friedenszug Musa Anter von Brüssel nach Diyarbakir aus zweierlei Gründen zu kündigen.
Zum einen verweigere die Jugoslawische Staatsbahn (JZ) die Durchreise des Zuges. Diese Meldung wurde unsererseits überprüft und von der jugoslawischen Regierung nicht bestätigt. Zum anderen werde der Bundesgrenzschutz - nach Anweisung des Bundesministeriums des Innern vom 21.8.1997 - die ausländischen Reisenden des Sonderzuges nicht nach Deutschland einreisen lassen. Nach unseren Erkenntnissen dürfen nur Personen ohne gültige Papiere, Kriminelle etc. nicht einreisen.
DieTeilnehmerInnen aus den anderen Staaten sind nahmhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Diese Entscheidung der Bundesregierung sehen wir zum einen als eine Diffamierung dieser Personen und zum anderen ist dies als ein Angriff auf die Herkunftsländer der Teilnehmenden zu werten.
Noch am selben Tag erklärte der türkische Ministerpräsident Mesut Yilmaz, daß der Zug auf keinen Fall einreisen dürfe und alle Durchreiseländer in Gesprächen angewiesen worden seien, diesen Zug nicht passieren zu lassen. Andernfalls würde die Regierung spätestens an der Grenze zur Türkei entsprechende Maßnahmen zur Verhinderung der Einreise ergreifen.
Indem die Bundesrepublik und andere Länder diese Anweisung befolgen und sie auf eigenem Territorium vollziehen, stärken sie die Haltung des türkischen Staates, diesen Krieg fortzuführen und stellen sich somit klar und eindeutig gegen den Frieden und die politische Lösung des Konfliktes in Kurdistan.
Wir protestieren auf das Schärfste gegen die Verhinderungsversuche unseres Projektes!
Der Krieg in der Türkei, der seit über 14 Jahren Kurdistan verwüstet, hat ein Stadium erreicht, in dem er nicht nur unheilbare Schäden für das kurdische Volk, sondern auch für die türkische Gesellschaft hinterläßt.
Dieser Krieg geht über die Vernichtung der materiellen Grundlagen des Lebens weit hinaus. Dieser Krieg zielt auf die Substanz des kurdischen Volkes, er befindet sich auf dem Weg des Völkermordes. Die weitgehende Unterwerfung der Politik unter das Militär ist die Folge, die politische Alternativen zur Lösung der Konflikte keinen Raum mehr läßt.
Am 26.8.1997 wollten wir, Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Finnland, Schweden, Italien, Schweiz, Südafrika, Kanada, Spanien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Niederlanden, Belgien, Dänemark, Norwegen, der Türkei und Kurdistan, die um den Frieden, die Menschenrechte und die Freiheit der Völker in der Türkei besorgt sind, den Friedenszug in Brüssel besteigen und diese Reise antreten, um der türkischen Regierung zu bekunden, daß wir den Krieg und seine Ausdehnung nicht länger hinnehmen werden. Die Demokratisierung der Türkei geht nicht ohne eine politische Lösung für Kurdistan.


widerstand@koma.free.de