Pressemitteilung vom 22. September 2001
HAKENKREUZE AN MOSCHEE +++ Bereits zweiter Anschlag in der Region +++ Massiver antifaschistischer Widerstand angekündigt +++
In der Nacht zum vergangenen Freitag wurden in Bergheim-Quadrath die örtliche Moschee sowie die Fassaden von mehreren Geschäften nichtdeutscher Staatsbürger mit Nazi-Symbolen beschmiert. Allein an der Moschee wurden knapp ein dutzend Hakenkreuze aufgesprüht.
Es handelte sich bei den Schmierereien dieser Nacht jedoch nicht um den ersten Anschlag innerhalb der letzten Zeit. Bereits im Frühjahr wurde ein Anschlag auf eine Moschee in Elsdorf (bei Bergheim) verübt. Damals griffen mehrere Jugendliche aus der regionalen Neonazi-Szene das im Bau befindliche Gebäude mit mehreren Molotow-Cocktails an. Nur durch die schnelle Reaktion einiger Anwohner konnte eine Ausweitung des Feuers seinerzeit verhindert werden. Auch war in den letzten Sommermonaten eine Zunahme neonazistischer Sprühereien im Raum Bergheim unübersehbar. So wurden u.a. die Bahnhofsbereiche in Kerpen-Horrem und Bedburg mehrfach Ziel neonazistischer Schmierereien.
Unterdessen wertete eine Sprecherin der Antifaschistischen Aktion Bergheim [AABM] die neuerlichen Schmierereien in Bergheim-Quadrath als erneute Provokation regionaler Neonazi-Strukturen und kündigte massiven Widerstand an: "Diese Provokation nehmen wir an! Wenn Faschisten nun wieder verstärkt versuchen, in Bergheim einen Fuß in die Tür zu bekommen, werden sie schon bald merken, dass es hier Menschen gibt, die auch in Zukunft alles daran setzen, dass ihnen diese Tür vor den Kopf knallt." Die Sprecherin der Gruppe erklärte weiter, dass es jedoch nicht nur Neonazis seien, die rassistische Ängste in der Gesellschaft schüren: "Für uns sind die Faschisten jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Rassismus und Antisemitismus, autoritärer Staat und blanke Verwertungslogik sind kein Randphänomen einer extremen Rechten, sondern in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt. Es muss gezeigt werden, dass Neofaschismus und Rassismus nicht von alleine entstehen, sondern dass ein gesellschaftliches Klima Ursache ist, für das es Verantwortliche gibt."
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