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Im Internet kursieren Hetzparolen gegen ausländische Studierende

"Ché-Haus" steht im Visier von Neonazis

Aachen (gei). Im Internet rufen Neonazis offenbar zur Gewalt gegen das Alexander-von-Humboldt-Haus in der Pontstraße auf. Die Abteilung Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Das Haus in der Pontstraße ist vor allem in Studentenkreisen als "Ché-Haus" bekannt. Es ist im Besitz der Hochschule und steht unter Selbstverwaltung der ausländischen Studierenden. Menschen aus der ganzen Welt nutzen es als Treffpunkt für politische Diskussionen, Vorträge und Feten.
"Hier findet ein ständiger interkultureller Austausch statt, der den Faschisten offenbar ein Dorn im Auge ist", mutmaßen Aachener Antifaschisten, die jetzt auf die zunehmende Aggresivität der örtlichen Neonazis aufmerksam gemacht haben.

So finden sich auf der Internet-Seite der so genannten "Kameradschaft Aachener Land" hetzerische Aufrufe. Unter dem Pseudonym "Panzer" schreibt jemand wörtlich: "An allen (sic!) Kammerjägern in Aachen auf der Pontstraße sind mehrere große rote Ratten mit langen Nasen gesichtet worden sind ein gesundheitliches Problem für den Kreis Aachen, die Ratten sollte man nicht mit Geld füttern. Außerdem sind sie Gewalt bereit und haben Tollwut. Ob Ost ob west nieder mit der Rattenpest."
Unverblümt auch der Eintrag unter dem Pseudonym "Euro". Wörtlich heißt es: "An alle die sagen das Gewalt der richtige Zeitvertreib ist sei gesagt wer Gegner sucht soll doch mal in die Pontstraße gehen und sich dort austoben und an alle Hools die unsere schöne Stadt besuchen (...) sei gesagt besucht mal dieses Haus wenn die Bullen am Stadion alles dicht gemacht und das Zusammenkommen der Hools verhindert haben könnt Ihr Euch wenigstens ein wenig abreagieren bevor Ihr nach Hause fahrt. Viele Grüße und vielen Dank im voraus für jeden Schlag den Ihr dort austeilt."
In einem weiteren Beitrag verkündet eben jener "Euro", dass "die Planungen für die Aachener Randaletage laufen". Was sich dahinter verbergen könnte, ist unklar.

Während die Aachener Antifa glaubt, den Schreiber [...] enttarnt zu haben, ist die Polizei derzeit noch zurückhaltend. Sie prüft nach Angaben ihres Sprechers Jürgen Robens zurzeit, ob die Beiträge im Internet-Gästebuch von "strafrechtlichem Belang" sind. Gegebenenfalls soll die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden.

(Aachener Nachrichten, 09. Februar 2002)