Der mutmaßliche Haupttäter des brutalen Überfalls auf einen 31-jährigen Griechen in München ist nach der Tat bei einer Münchner Burschenschaft versteckt worden.
Wie der leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick am Montag in München mitteilte, brachte ein Mitglied der Regensburger Burschenschaft Teutonia den 19-Jährigen mit einem Auto in das Haus der Münchner Studentenverbindung Danubia. Gegen den Fahrer werde nun wegen Strafvereitelung ermittelt. Ein Mitglied der Danubia sei ebenfalls in die Tat verwickelt gewesen, sagte Wick. Gegen ihn werde wegen schwerer Körperverletzung ermittelt.
In der Nacht zum 13. Januar hatte er gemeinsam mit rund 20 anderen Skinheads im Münchner Schlachthofviertel einen Griechen zusammengeschlagen und mit Springerstiefeln getreten. Der 31-jährige Grieche musste mit schweren Gesichtsverletzungen, Nasenbeinbruch, Prellungen und Schürfwunden in eine Klinik eingeliefert werden. Gegen rund ein Dutzend Skinheads erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes.
Der mutmaßliche Haupttäter war rund zwei Wochen nach dem Überfall in den Niederlanden festgenommen und anschließend nach München ausgeliefert worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor.
Die Münchner Burschenschaft Danubia hatte wiederholt Rechtsextremisten wie den NPD-Funktionären Horst Mahler und Jürgen Schwab ein Forum für verfassungsfeindliche Auftritte geboten.
Anmerkungen:
Bei dem Haupttäter handelt es sich um einen bekannten Neonazi aus dem Raum Hagen/Lüdenscheid. Er war von bestens organisierten Aktivisten der militanten Neonazi-Szene von München über NRW in ein Versteck bei Rotterdam gebracht worden.
Die oben genannten NPD-Funktionäre Mahler und Schwab sind im vergangenen Jahr auch bei der Aachener Burschenschaft Libertas Brünn aufgetreten.
AntifaschistInnen gehen davon aus, daß die Libertas Brünn ähnlich stark wie ihr Münchener Pendant in das Netzwerk der militanten Neonazis eingebunden ist. Interessant wäre, ob die Aachener Neonazi-Studenten um Oliver Harf sich gar konkret an der Fluchthilfe beteiligt haben.
Weitere Informationen:
Fluchtwege des Christoph Schulte
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