Jülich: Demonstration gegen Antisemitismus und Neofaschimus
50 Menschen sind heute einem kurzfristigen Aufruf der Antifaschistischen Aktion Jülich (AAJ) zu einer Mahnwache gegen Antisemitismus und Neofaschismus in die Jülicher Innenstadt gefolgt. Die TeilnehmerInnen repräsentierten erfreulicherweise ein breites gesellschaftliches Bündnis. Im Anschluß an Mahnwache und Kundgebung zog eine spontane Demonstration zum Jüdischen Friedhof, in dessen Umgebung kürzlich neonazistische Schmierereien aufgetaucht waren. Die Nazisymbole wurden entfernt und durch antifaschistische Straßenmalerei ersetzt.

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Pressemitteilung der AAJ und Antifa Düren vom 19.06.2002:
Der jüngste Vorfall reiht sich ein in eine ganze Reihe von Nazischmierereien in den letzten Monaten im Kreis Düren. Der räumliche Bezug zu Friedhof und Mahnmal, das an die deportierten und ermordeten jüdischen Einwohner Jülichs erinnert, stellt eine neue Qualität dar. Die Untaten der faschistischen Diktatur werden durch solche Aktionen verherrlicht und die Opfer im Nachhinein verhöhnt. Der Vorfall zeigt, das auch im Kreis Düren die Hetze der Neofaschisten auf fruchtbaren Boden fällt und das antisemitische Vorurteile vorhanden sind.
Verwunderlich wäre es nicht, wenn der oder die Täter aus dem Umfeld der neonazistischen "Kameradschaft Aachener Land" stammen würden. Diese ist auch im Kreis Düren seit längerem aktiv. Führende Köpfe der Nazigruppe wohnen in Düren und Langerwehe.
Auch die Versuche aus den Reihen der FDP, Antisemitismus salonfähig zu machen, ermuntern Neofaschisten zu solchen Taten.
Wir als Antifaschisten sind empört und verurteilen den jüngsten Anschlag auf das Schärfste. Wir fordern die zuständigen Stellen auf, alles zu tun, den oder die Täter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Gleichzeitig fordern wir die Durchsetzung des im Grundgesetz verankerten Verbots faschistischer Parteien und Propaganda. Denn: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Der Vorfall in Jülich zeigt wieder: Engagement gegen Rechts ist dringend notwendig. Wir rufen alle Menschen dazu auf, selbst in dieser Richtung aktiv zu werden. Unterstützt bestehende antifaschistische Gruppen in ihrer Arbeit oder gründet selbst neue Gruppen.
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